2007-04-30

brückentage

es ist doch eine pest mit diesen brückentagen! so schön die für urlaubswillige angestellte auch sind, die vom schäff das okay für ein deutlich längeres wochenende bekommen - für alle anderen sind sie eine pein im popo. für die, die arbeiten müssen wie immer und diejenigen beneiden, die freibekommen haben - und für alle freischaffenden und selbständigen und so weiter sowieso, denn die meisten auftraggeber fragen nicht, ob man zufällig grade lust auf arbeiten hat. (was ja an sich auch okay ist - das hab ich mir schließlich so ausgesucht.)
aber wenn man dann zu einer behörde muss, weil dieser s*&%$!-montag dank immensen arbeitsaufkommens wirklich der einzige tag ist, den man sich freischaufeln kann, man sich dann n lustiges halbes stündchen in den b2-stau stellt, weil alles aus der stadt rauswill - und man dann vor dem schild steht, dass heute geschlossen ist - da hauts mir den nucki raus.

heute ist also brückentag, morgen feiertag, mittwoch ist das amt sowieso zu, bleiben öffnungszeiten am donnerstag von 8-12.00 und 15-18.00 und am fr. nochmal von 8-12.00. macht also erstaunliche 11 stunden kundendienst diese woche. na toll, so eine arbeitswoche bei voller kohle und allen zuschlägen und -lagen möchte ich auch mal haben! was dann an den anderthalb tagen bei der zulassungsstelle los ist, stell ich mir lieber nicht vor - die böse überraschung hebe ich mir voraussichtlich für donnerstag auf ...
und ggf. auch noch den zickenterror, weil ich mit nem sonderwunsch, das heißt, einer ganzen tüte voll davon, komme.

und wenn sich die damen dort diesmal wieder zu dämlich anstellen, alle umbauten am fazerbaby ausnahmsweise mal korrekt einzutragen, aber wieder die extra-euro dafür in rechnung stellen, dann muss ich aber mal meinem unmut ausdruck verleihen.

conclusio: dienstleistungen von ämtern in deutschland - da packt mich das dumpfe sausen!

2007-04-26

Tiefsinnige Überlegung ...

Also Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen.
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger.
Und Volksvertreter?

man grübelt ...

2007-04-23

Wochenend und Sonnenschein, die Zweite

Sonntage sind klasse! Ausschlafen und Faulseindürfen und dann noch bei netten Leuten zum Brunch eingeladen sein – was will man mehr. Die Lieblingsblumenfrau feierte ihren Geburtstag (nach) und lud zum Brunch ins BARcelona. Und alle kamen. :o) Es war eine sehr unterhaltsame Runde, viele liebe Leute da, und erstaunlich gesittete Kinder. Alter: zwischen 1 und 12 (oder so), aber man spielte friedlich miteinander, der Radau hielt sich in sehr erträglichen Grenzen (wobei man nun wirklich nicht leise war) – und auch kaum Geheul und Gekreisch. Kann das nicht immer so laufen?

Auch das BARcelona war eine angenehme Überraschung, sehr leckeres, ausgefallenes Büffet zu sehr moderaten Preisen (€ 10.- pro Nase ist echt nicht zuviel, Getränke extra) und eine umfassende Getränkekarte. Besonders epfehlenswert für Süßmäuler wie mich: der Café Bonbon mit gezuckerter Kondensilch unten drin – hmmmmmmm!! Da gehen wir mal wieder hin. Und nehmen die besteste Schwester von allen nebst Schwager-in-spe auch mit.

Kugelrund und zufrieden dann daheim angekommen und Überlegungen gestartet, was nun zu tun sei. Mich rief ja die Arbeit, aber Sweetest wollte gerne noch ans Wasser. Junior war aber nicht zu erreichen (wozu hatn der sein Handy, wenn ers permanent vergisst/leise stellt/wasauchimmer?!), und alleine hatte mein Schatz keine rechte Lust. Aber wozu hat man denn ein Notebook, wenn nicht, um sich die Arbeit dahin mitzunehmen, wo man gerne sein möchte. Also gesagt, getan, und ab an den See. War wieder richtig schön, noch kaum Betrieb ab der Wakeboard-Anlage, dafür phantastisches Wetter und guuuuute Stimmung. Was war ich froh, dass wir die Wohnung am Sa. noch geräumt haben!!

Und nen Sonnenbrand hab ich mir eingefangen. Schön blöd, an den Verstärkungsfaktor des Sees hätte ich ja nun wirklich denken können.

Daheim angekommen, gings weiter im Text am Job, dabei draußen gesessen und nacheinander die beiden verrückten Katzen mitgenommen. Die Kleine fands toll, der Kater war erschrockener als ich dachte (hä? der kennt das doch schon.), und am Ende jagte man sich dann geräuschvoll durchs Haus, wobei die Kleine den Großen anfaucht und sich aufführt, als wolle der ihr ans Leder.
Aber die Rennerei scheint sie dann doch geschafft zu haben, jetzt liegen sie beide auf einem Sessel, der Kater mir gegenüber auf einem Schaffell, die Kleine auf der Lehne meines Sessels als felliger Kopfwärmer oder so was, und pennen. Beneidenswert. Ich werd mich jetzt wieder an die MBMS-Vorrichtung setzen und fleißig sein. Irgendwer muss das Katzenfutter je verdienen :o)

2007-04-22

Wochenend und Sonnenschein, die Erste

Freitag nacht noch die Restarbeiten am Job erledigt, bis halb drei. Mit suboptimalem Ergebnis, bloß gut, dass die Lieblings-Auftraggeberin mir noch ne Gnadenfrist bis Sa.-Mittag gegeben hat, so konnte ich das Opus bis mittags nochmal überarbeiten und bin nun mit dem Ergebnis deutlich zufriedener.

Am Nachmittag waren dann Ausräumen der alten Wohnung und Reparaturarbeiten angesagt oder besser: angedroht. Aber das ist auch nicht verkehrt so, denn ich war nach der vorangegangenen Nachtsession wie mit der Bratpfanne frisiert und wäre am Rechner eh nicht zu viel zu gebrauchen gewesen ... Selbständig sein is schon klasse, und grade an solchen Tagen passt die freie Zeiteinteilung besonders gut. Auch klasse, dass sich der neue Job als weniger garstig entpuppte als befürchtet, weil a) schon teilweise vorbereitet, b) bekanntes Thema und c) auch etwas kürzer als gedacht, war in dem Zusammenhang hilfreich.


Die Arbeit in der alten Whg. war eine Viecherei, wobei das zu leerende Wasserbett nicht das Garstigste war, sondern der viele Kleinkram drumrum. Und dank Zerfahrensein bin ich wie ein Friseur losgefahren und hab echt an nix gedacht – so Sachen wie ein Gummibecher für den Reparaturspachtel oder Spachteln oder Pinsel oder sowas – alles vergessen. Oder auch daran, einen _alten_ Pullover mitzunehmen und nicht in dem guten Pulli Reparaturspachtel in die Bombenkrater an der Küchenwand zu kleistern ... Aber glücklicherweise musste Sweetest den ersten Teil des Chaos sowieso heimfahren, da hat er auf dem Rückweg alles Benötigte mitgebracht. Der Gute! Und schlussendlich haben wir die ganze "Lumpenfuhre" dann auch in einem Ritt heimbekommen, es steht nun alles in der Garage rum und wartet darauf, dass ich es wegräume.

Abends sind Sweetest und ich dann nur noch halbtot aufm Sofa zusammengebrochen. Aber mit einem guuuuuten Gefühl! :o)

2007-04-21

Born to be wild mit Hindernissen

Freitag abend nach einem stressigen Arbeitstag mit Sweets und dem Junior ins Kino gegangen. In "Born to be wild". Um es kurz zu machen: Der Trailer hat nicht zu viel versprochen. Es war brüllend komisch. Eingängige Kinounterhaltung mit einer message als Dreingabe, die da zu lauten schien: Lebe Dein Leben, und besser spät als nie. Das finde ich gut :o) Auch Sweetest war begeistert. Noch besser.

Im Anschluss las oder hörte ich irgendwo, dass die deutsche Motorradindustrie im Niedergang begriffen oder bereits klinisch tot sei, weil ihr der Nachwuchs ausgeht. Und ein ganzganz wichtiger Mensch aus der o.g. deutschen Bikerindustrie (dessen Namen ich noch nie gehört habe) weinerte, dass in dem Film ruhig mehr junge Leute hätten vorkommen können. Klar doch, ich dreh nen Film über die Midlifecrisis eines 19dreivierteljährigen. Ha, ha ...
Aber zur untergehenden Moppedbranche: Na, das ist ja auch kein Wunder, wenn so n blöder Akrobatenschein für Organspender um die 1500 bis 2000 Euronen kostet, und dann hat man noch kein Stück Equipment. Selbst wenns n gebrauchtes Bike sein soll und auch Helm und Klamotten eher von Heiz Gerippe sind als von AraiShoeiSpykeDainese, schlagen auch dafür schon mal um die 1000 weiteren Euros zu Buche, und der Spaßfaktor Moppi fehlt dann immer noch. Und unterhalten werden möchte das Bike ja dann auch, und damit sind nicht nur die vergleichsweise niedrigen Steuern und die auch eher geringen Spritkosten gemeint, sondern auch die Versicherung – die den Frischeinsteiger mit SF bei 125 % auch gleich nochmal ...wennnichtnochmehr kostet. Da bin ich doch froh, dass ich das Drama bereits hinter mir und Bike und Ausrüstung bereits vorrätig habe. Nun muss ich nur wieder öfter zum Fahren kommen :o)

2007-04-20

menno ...

eben bei amazon gestöbert und die neue platte der fanta 4 gefunden - und mit den blöden real-audioclips gar nicht zurecktgekommen. mein doofer player frisst die nicht. menno! soviel zum kontrastprogramm zum geliebten winamp (der aber diese streamswieder nicht kann). hach ja, man kann halt nicht alles haben.

dafür gehts arbeitsmäßig munter voran (sofern ich mich nicht wieder zu lange im wörld wait wäpp festlese), und ich hab hoffnung, pünktlich zu der für heute abend geplanten kinosession auch halbwegs fertig zu sein, sodass ich danach nur noch den zweiten durchgang der korrekturlesung machen muss und das ganze dann rechtzeitig abschicken kann.
wär auch nötig, denn eigentlich hab ich keine zeit, mich damit morgen nochmal zu beschäftigen, denn da lauert schon der nächste job. (ganz abgesehen davon, dass die deadline nun mal heute 23:59 ist ...)

draußen scheint die sonne immer mal wieder und täuscht wärme vor – listiger trick, und dann geh ich raus und friere spontan an meiner teetasse oder der katzenleine fest :o/ aber suki muss unbedingt nachher noch ne runde bespaßt werden, sonst ist sie nachher unausstehlich und schreit rum. zum tierarzt muss ich mit ihr auch noch. aber heute nicht mehr.

und mein neuer kfz-brief ist noch nicht gekommen. und der vom fiat nicht aufgetaucht. soll ich das als schlechtes omen werten, oder isses einfach nur schnöde schlampigkeit meinerseits? man weiß so wenig.

nun denn, back 2 work, noch rund 600 wörter. oder reichlich eine stunde. bisschen knapp wird das schon ... egal, packen wir's an.

2007-04-19

Stasi 2.0 - interessante Kommentare von anderen Bloggern...

Marnem und der Spiegelfechter haben Interessantes zum Thema Vorratsdatenspeicherung verfasst. Besonders Marnems Tagesablauf des Herrn Mustermann ist sehr, sehr lesenswert. Sollte uns allen zu denken geben, dass das in Teilen bereits Realität ist!!

Und nun trotz nervender Katzen erst mal wieder an die Arbeit ...

2007-04-18

Stasi 2.0


Gefunden bei dataloo (über Don Dahlmann und netzpolitik.org) – der Don spricht mir aus dem Herzen. Und seine Idee mit der DNS-Probe wird ja nun garstigerweise auch diskutiert – zwar "erst mal" nur für "Kriminelle", die zur erkennungsdienstlichen Behandlung müssen, aber das kann einem ja bereits passieren, wenn man dank vergessenem Portemonnaie schwarz Straßenbahn gefahren ist und sich nun für die Kontrolettis nicht ausweisen kann ... Da wird dann im Zuge der allgemeinen Datensammelwut auch gleich n Speichelpröbchen mit eingetütet... Ja, spinnen die denn? Die Begründung haut mir vollends den Nucki raus – "solche Leute" werden "immer wieder auffällig". Na, supi. Der große Orwell grüßt recht herzlich ... Wenn ich nen Link finde, auf dem das auch schriftlich verewigt ist, poste ich ihn, gehört hab ich das bisher n ur im Radio.

2007-04-17

träge tage ...

es ist schon garstig, dass man nach längeren abendveranstaltungen anderntags gern mit müdigkeit und co gestraft wird, wenn man mein biblisches alter von fast 32 erreicht hat :o/

heute will nichts richtig funktionieren, nicht mal die blöde terminiliste zum aktuellen projekt lässt sich widerstandslos in den standrechner zwingen. nicht, dass es mich stört, auf dem notebook zu arbeiten, aber die ewig kränkelnde großmaschine ist eben doch gelegentlich nen tick bequemer. naja, da werde ich wohl um einen re-install in näherer zukunft wohl doch nicht herumkommen.

dann noch das generve um den erwerb eines grafiktabletts – es ist schwierig bis unmöglich, so ein schnödes tablett auch mal in irgend einem laden anzugucken, und folglich muss ich eben doch wieder quasiblind auf das netz der netze zurückgreifen und per versandhandel bestellen. hoffentlich rächt sich das nicht. ach menno, was war mein riesiges genius-tablet doch schön!

ausgleichender gerechtigkeit halber werde ich diesen tag jetzt arbeitstechnisch beenden, mir einen lecker tee kochen, dem neuen wels zugucken und anschließend mein arbeitszimmer fertig einräumen. oder so. und dann einfach morgen doppelt fleißig sein, in aller regel klappt das. nun denn, gesagt, getan.

Party @ Mercedes @ AMI

Als alter Motorfan hab ich mich sehr über die Einladung zur Mercedes-Party bei der AMI gefreut. Sweetheart hat immer solche erfreulichen Überraschungen in petto - er ist einfach der Beste!

Nur dass die Sache dann heute doch deutlich anders lief als erwartet.

Zunächst der übliche Aufbruchsstress - es war noch ein Job vorzubereiten, wenigstens so weit, dass er morgen früh in Angriff genommen werden kann. Das führte selbstverständlich zu grandioser Zeitplanung à la Hühnerschreck vom Feinsten - ich stehe zehn vor sechs erst unter der Dusche, und naTÜRlich dauert auch alles andere auch einen Tick länger als geplant. Wie immer also, langsam könnte ich es doch nun wirklich mal gelernt haben. Immerhin bin ich anderthalb Minuten, nachdem unser Abholer geklingelt hat, auch wirklich marschbereit, ein Novum ... oder fast.

Vor der Messehalle dann DER GROSSE EMPFANG Teil I: ein roter Teppich (oh Gott, muss ich da jetzt wirklich drüber? Ich hasse diese Art von Überraschungen!) und ein Lakai mit Zylinder in der Hand , der Türöffner spielt, und etwas bemüht wirkendes Valet Parking. Insgesamt wirken die anwesenden Begrüßer alle zu servil und devot, sodass ich mir schwer deplatziert vorkomme. Von bezahltem Personal hofiert zu werden wie Jräfin Koks vonne Jasanstalt macht mir nur in Ausnahmefällen Spaß. Heute nicht. Aber die anderen kennen das Spektakel schon vom letzten Jahr und nehmens gelassen. Okay, dann ich auch :o)

Im "Vestibül" dann erst mal gepflegte Leere - das hat man davon, wenn man bei solchen Einladungen pünktlich ist. Wenigstens war's keine Privatsession, bei der man die Hausfrau noch im Negligée und mit Lockenwicklern überrascht ... Getränk besorgt bekommen und zusammen mit Sweets diverse Leute begrüßt. Erste interessante Gespräche.

Dann geht der offizielle Teil los. Es ist inzwischen merklich voller geworden, um uns herum schlendert man in strammem Marschtempo zum Messestand, um bei Teil II der Begrüßungsnummer auch sicher nen Sekt zu ergattern. Die Mercedianer hier sind bedeutend weniger devot als die hired hands am Eingang zur Halle, dafür herzlicher - erfreulich!, erste bekannte Gesichter. Wir bewaffnen uns mit noch nem Wasser, begrüßen und werden begrüßt, es schließen sich weitere interessante Gespräche an. Langsam lässt auch die Anspannung nach.

Edles Ambiente, und die schicken Karossen des Konzerns und besonders der rote Viper direkt am Eingang zum Messestand tragen nicht wenig dazu bei, dass es mir anfängt, gut zu gefallen. Kurzer Rundgang über den riesigen Messestand, und ich bestaune die Sonderedition EDIT10N von mercedes in mattmetallic und edel - soooo ein schönes Auto! Auch Sweets hat glänzende Augen und ist kurz vorm Sabbern, obwohl er diese Nobelteile aus der Nähe kennt.

An unserem Stehtisch zurück, gibt es Getränkenachschub für die, die wollen (ich nicht), und es werden die ersten Häppchen gereicht, leckerstes Fingerfood made by Kempinski, Mercedes/DC lässt sich nicht lumpen. Sehr lecker das Ganze. Mehr oder weniger nebenbei startet der Redeteil. Gähn. Die Selbstdarstellers united haben ihren großen Auftritt, und alle freuen sich laut und wortgewaltig, was für feine Gäste aus Wirtschaft und Politik sich eingefunden haben. Sogar der Oberoberoberbürgermeister. Wow. Alle sind zuTIEFST beeindruckt. Mindestens. Geheimnisvolle Ankündigung des Conférenciers über den zweiten Programmteil: ein lautes Spektakel. Weiter geht er nicht ins Detail, und ich bin nicht die Einzige, deren Neugier wächst.

Danach wird aber erst mal das Büffet eröffnet, und es ist analog zum ersten Durchgang wirklich lecker!

Und dann startet ziemlich unverhofft, weil kurz nach viertel neun (wasn das für ne komische Zeit?!) mit einem geradezu Bayreuth'schen Festspielgong das angekündigte Spektakel. Musik wird laut, ein winziges bisschen Zeitversatz durch die Entfernung zwischen Bühnenlautsprechern und hinteren Lautsprechern. Ist halt wirklich groß hier. Der schwarze Vorhang, mit rotem Licht irgendwie akzentuiert, wackelt ein bisschen und wird (mit einigen Schwierigkeiten) aufgezogen. Und es erscheint ... ein Opel Kadett. Staunen. Ein sehr gepflegter, metallicblaugrauer Rüsselsheimer. Aus dem dicker Nebel/Dampf/Rauch wabert. Aus oberen Öffnungen am Dach, wie sich bei genauerem Hinsehen herausstellt. Dicke weiße Schwaden versperren den Blick ins Innere. Auf den Gesichtern um mich herum lese ich dieselbe Frage, die sich auch mir stellt: Häh?? Ich dachte, wir wären bei Mercedes ...? Die Musik wird poppiger, und dem Auto entsteigen zwei (junge???) Männer mit Zigarette. Ha, wasn Brüller. Die beiden stellen einander vor und machen ein paar launige Bemerkungen zum Opel (Audio-Ausgabe mit Akustiklack und so), und dann geht die Show endlich los. man singt ein klitzekleines bisschen schräg den One Note Samba und trommelt dazu "percussionmäßich" auf den Opel ein. Mit Händen und Füßen, und es ist sehr laut, wie versprochen, und sehr rhythmisch, und ich fange an, mitzuwackeln. Und denke nebenbei, Jungs, passt auf den schönen Lack auf.

Man singt jetzt was anderes und trommelt nachdrücklicher, unter anderem werden Geräusche durch das Zuschlagen der Türen erzeugt. Witzige Idee - erinnert an Stomp bzw. das, was ich vom Stomp kenne. Was zugegebenermaßen wenig ist. Mittlerweile wackelt ein Außenspiegel und fällt ab. Na gut, denke ich, dann müssen sie den nachher halt wieder anschrauben, bin aber immer noch gut unterhalten. Als Nächstes sind als Percussion-Instrumente Werkzeugkisten dran, diese blauen Fingermörder zum Aufschieben, die ich aus Remscheider Tagen noch gut kenne :o) Auch mit denen trommeln sie auf dem Kadett herum, unter anderem auf der Motorhaube, und ich fange an, mir ernstere Gedanken über den wirklich schönen Lack zu machen. Denn das klingt nicht nach Filzunterlage unter dem Kastenboden ... Und dann packt sich der eine die Antenne und zupft wie an einem Walking Bass dran herum. Und nochmal. Und dann knickt er die Antenne ein paarmal in sich, sodass sie sozusagen Kurbelform hat, und leiert munter zu dem Gesang. Das ist der Moment, wo ich anfange, die Augenbrauen hochzuziehen. Was solln das jetzt? hat der nen Klaps? Der macht doch die Antenne kaputt!

Und nun wird klar, dass der Opel hier zu Schrott verarbeitet wird, denn als nächstes schlägt der andere Trommlerfuzzi mit gewaltigem Lärm die Frontscheiben ein, die im weiteren Verlauf rausgedrückt wird, und auch die Percussion-Schlag"stöcke" werden derber, sieht aus wie dicke Rohre. Und klingt auch so. Mittlerweile werden auch auf dem Lack die ersten Beulen sichtbar. Die Percussion wird wilder und lauter, qualitativ aber auch besser. Und der Kadett leidet - und ich mit. Plötzlich ein Radiojingle, und ich frage mich, ob die nun allen Ernstes auch noch Radiowerbung machen wollen. Mittlerweile bin ich nicht mehr amüsiert, verfolge das Ganze aber noch mit fasziniertem Ekel oder sowas Ähnlichem.

An den Jingle schließt sich eine Pseudo-Verkehrsfunk-Durchsage an, die gar nicht enden will, Stau von Grönland bis Timbuktu, und nun tickt der eine Typ völlig aus: Er stimmt ein gorillamäßiges Urschrei-Gebrüll an, packt eine Axt und drischt, auf der Motorhaube stehend, auf das Armaturenbrett ein. Die Fetzen fliegen. Buchstäblich. Nach einigen Schlägen hält er das Radio an einigen Kabeln hoch, es sieht widerlich organisch aus, wie ein rausgerissenes Organ.

An dieser Stelle reicht es mir, und ich gehe zum Tisch zurück. Auf dem Weg dorthin sehe ich in vielen Gesichtern in meiner Umgebung ähnliche Emotionen, Unverständnis, "die spinnen doch" und "das tut schon beim Hinsehen weh". Immerhin bin ich nicht allein mit meinem Angewidertsein, aber das macht die Sache nicht besser. Die Partystimmung ist mir gründlich verdorben, und ich bin richtig froh, als mir Sweetest mitteilt, dass wir gehen müssen, weils in der Firma eine Havarie gegeben hat und der Elektriker nicht zu erreichen ist.

Wir verabschieden uns, und ich bekomme mit, dass dem Kadett mittlerweile alle Scheiben fehlen und er aussieht wie das Objekt eines abgrundtiefen Hassanfalls. Es ist seltsam, Ekel wallt in mir hoch, und ich bin richtig angefressen. Sowas hätte ich besten- (bzw. vielmehr schlechtesten-)falls von 18jährigen Jungspunden erwartet, denen man auf VW-Treffen im Wolfsburger Umland bzw. den Rüsselsheimer Pendants begegnet und an deren Breiter-Tiefer-Tuner-GTis launige Sprüche à la "Übelst Golf", "Wolfsburger/Rüsselsheimer Waffenschmiede" oder Ähnliches prangen. Nur aus dem Bereich kenne ich das Abschlachten (so empfinde ich es) und Zerdreschen eines Autos "der Konkurrenz". Aber ist Opel wirklich so eine Konkurrenz für die Mercedesse, dass man sich mit einer derartigen Nummer profilieren muss? Das beschäftigt mich auch auf der Heimfahrt noch, und Sweets kann es nachvollziehen. Auch ihm hat diese Klamotte nicht gefallen.

Fazit: Gutes Essen, schlechte Show, soweit ich es miterlebt habe. Drei minus, setzen.