2011-10-31

#312

wochenenden scheinen für mich immer öfter zum ritt auf einer verdammt scharfen klinge zu werden.
am samstag stand viel arbeit an, es galt, die exilklause abgabefertig machen. deswegen musste ich das geplante treffen mit jbob um einen tag verschieben. seine extrem kurz angebundene reaktion setzte mein gedankenkarussel subito in betrieb - den rest des tages verbrachte ich in recht düsterer stimmung und mit der befürchtung möglicher ... unentspannter ansagen seinerseits.
und was sagt es über meinen seelenzustand aus, dass ich heute bereits nicht mehr weiß,was ich am sa-abend gemacht habe?
edit: nach gründlichem nachdenken isses mir dann doch wieder eingefallen: abends tat ich: nix. jpat war mit freunden beim salsa. zu der fröhlich-juchheididelnden tschingderassa-musique passte aber meine finstere seelenlage so gar nicht, deswegen blieb ich daheim und ... ähm ... las? und ich kann mich ums verrecken nicht erinnern, ob ich draußen war und mich bewegt hab oder nicht. wahrscheinlich also nicht. meh.

passend dazu informierte mich jpat über unentspanntheit seinerseits. das kann ich ihm nicht verdenken, aber sein timing war schon mal besser.

gestern frühstückten wir noch zusammen, in ausgesprochen angespannter atmosphäre, und danach ging jeder seiner wege.

jbob habe ich mehr oder weniger aus dem bett geklingelt, der hatte anscheinend die zeitumstellung nicht auf dem schirm. meine laufschulden habe ich jetzt eingelöst, immerhin. allerdings war die runde mit jbob nicht das, was ich erwartet hatte, und ein bisschen habe ich mich auch als taxi gefühlt. ich hab ihn abgeholt, wir sind praktisch wortlos zum w-park gefahren, zum ausgangspunkt unserer runde gegangen, und dort ist er ohne ein weiteres wort und ohne sich umzuschauen losgespurtet. und warten? - pah!
dass er schnell ist, hatte ich ja schon mal geschrieben - und im prinzip ist es auch völlig ok, dass jeder sein eigenes tempo läuft und man sich dann irgenwo wieder trifft. aber ich hätte das wenigstens vorher kurz abgesprochen.
jut, also bin ich halt so weit wie möglich weg von den menschenmassen gelaufen (schwierig) und wo möglich auch auf erde statt auf asphalt. gelegentlich schlug ich mich dafür auch lieber durchs unterholz als durch heerscharen von spazierenstehern und kinderwagen.
erst am auto haben wir uns wieder getroffen.
eine allein-runde wär ich ja lieber an meinem geliebten s-see gelaufen. zumal da auch keine hundertschaften an spaziergängern unterwegs waren. najut, war eben so.
nachsatz: heute hab ich den muskelkater des todes in den waden. großartig. (wenn auch zu erwarten, nach einer so langen laufpause.)
nochnnnachsatz: jbob hat auch muskelkater. wenigstens was.
sollte er in diesem leben die versprochene fahrradrunde noch einlösen, (woran ich nicht glauben kann) mach ich das ganz sicher anders.

später spielte er eine runde am recher, während ich das internet leerlas. abends fand eine etage unter ihm eine auszugsparty statt, und wir wollten eigentlich nur mal kurz reinschnuppern. die feier war aber wegen der gäste so nett, dass ich für bleiben plädierte, und er mir den gefallen tat. zunächst war ich drauf und dran, getreu meinen alten mustern an dem mich mitnehmenden kleben zu wollen. aber nachdem jbobs zweiter weg zum rauchen auf den kalten balkon führte, entschied ich mich dagegen und schloss mich der lustigen runde im wozi an.

das fühlte sich soooo gut an, dort! nette leute, interessante und lustige gespräche, und die entspannte nähe zu meinem schönen begleiter jbob ergaben für mich ein wunderbares gesamtbild. jbob empfand ich als sehr entspannt, anschmiegsam und seit langem mal endlich wieder jung-verspielt und von aller schwere frei. das tat so gut!
auch altersmäßig war ich weder die alterspräsidentin (gsd!!) noch junghuhn (dochdoch, das kommt auch immer noch vor - man staune ... ). dank meiner elenden labertaschigkeit hab ich zwar vermutlich mehrmals das gespräch dominiert, zumal der hausherr auch immer wieder nachfragte. aber so what?.
außerdem wollten die gastgeber etliche bücher nicht mit in die neue bleibe nehmen. so erbeutete ich eine ganze menge englische bücher, über die ich mich sehr freue. als "revanche" werde ich ihnen einen bücher-gutschein vom i-net-händler des geringsten misstrauens schenken - zum auffüllen der lücken.
und wow, die haben ganz schön gebechert! der ansatz war, dass die ganzen buddeln nicht alle mit umziehen sollten, und so wurde kreuz und quer gesoffen. ich staune bei sowas auch, wie viel "buntschießen" jbob verträgt. naja, ist ein großer, muskulöser und junger kerl, jedenfalls kann er einiges ab. mir hat schon seine fahne für einen ausreichenden pegel gereicht (naja, fast jedenfalls). und es war unglaublich schön, dass er so innig mit mir gekuschelt hat. mir dieses gefühl vermittelt von "oh bitte, bitte bleib hier, komm ganz dicht ran, es ist wunderbar, dass du da bist, du bedeutest mir so viel, ich will dich festhalten und liebhaben" - ... . auch wenn jetzt wieder ruhe ist. funkstille.
nähe und distanz. und das ewige wechselbad zwischen zuviel/zuwenig von dem einen und zuviel/zuwenig von dem anderen.

insgesamt war der abend also wirklich schön, entspannt und mein kleinod in der ganzen sch ... drumrum.

als ich spät heimkam, wurde jpat wach und rückte unmissverständlich ab. also, wir haben noch ein paar nette worte gewechselt, das wars also nicht, aber selbst meine hand an seinem rücken war UNWILLKOMMEN!! das tat schon hässlich weh. ich hab ja gefragt, ob ich auf abstand bleiben soll - ein einfaches "ja, bitte" hätte es auch getan.

heute früh war a. mit d. zum frühstück da, und dabei und auch bereits bei der vorbereitung setzte sich diese kühle distanz fort. a. war so taktvoll, das zu bemerken, aber nicht zu kommentieren. ich will ihr mit meinem gejammer auch nicht weiter auf den keks gehen, sie hat das alles schon hundert mal gehört ... und ja, ich habe das gefühl, dass ich meine umgebung nerve. deswegen kotz ich ja mein seelenleben munter-ungefiltert in eine unbekannte öffentlichkeit - hier sind alle frei zu gehen, wenn ich zum drölftausendsten mal über mein geschrottetes seelenleben jammere. irgendwo muss ich es halt loswerden, und für nen shrink habe ich im moment weder die kohle noch eine passende adresse.

am mo.-nachmittag fuhren jpat und ich für die abschluss-runde in die exilklause. ich musste wissen, ob der subottnik erfolgreich war (ja, war er). jpat kam mit, um, wie er sagte, die lampen abzubauen. ehrlich, dafür hätte sich der arme nicht bei dem schönen moppedwetter in die stadt quälen müssen! die paar schräubchen hätt ich auch allein bekämpft bekommen. das ist nun wahrlich kein hexenwerk, wo der ritterliche dschentelmänn der damsel (dummsel?) in distress zu hilfe eilen muss. auch den restkram hätte ich ohne größere beulen allein im panzerkreuzer verstaut bekommen ... jaja, ritterlichkeit, blah, blah - weiß schon, dummes zeug!
ehrlich, diese ganze freundlich-distanzierte scheiße trifft mich tiefer als eine komplette absenz des herrn! auch hier wäre ich ja sehr für klare ansagen. ganz oder gar nicht, da oder weg. aber nicht so eine halbgewalkte kacke!!

und naTÜRlich verschwand jpat genau wie jbob tags zuvor, ohne was zu sagen. immer schön dann draufhauen, wenns besonders weh tut. sonst lernt frau ja nix ...

es ist ihnen beiden natürlich unbenommen, das zu tun, womit es ihnen gut oder zumindest besser geht. aber freuen muss ich mich darüber nicht.

vorhin, als das telefon klingelte und jbobs nummer im display erschien, hab ich mich richtig grftreut, leider wollte er nur wissen, ob ein hilfsangebot noch steht. und er hat zwar mitbekommen, dass bei mir nicht alles i-o. ist, hat aber mein "schon ok " dann so stehenlassen. andernfalls wäre er mit einer weinenden hühnerschreck konfrontiert worden. es kam von ihm aber auch nix liebes oder tröstendes. ist schon ok, ich bin ja selber schuld, wenn ich sachen erwarte ... erwartungen sind grundsätzlich mist und führen zu nix.

ach mensch, ich weiß doch auch nicht, warum mir das im moment wieder alles so viel zuviel ist und mich so sehr erschüttert! es fühlt sich so beschissen an, im 4. stock auf einer leiter am fenster zu stehen und zu denken, nur ein kleiner schritt, und die ganze scheiße täte endlich nicht mehr weh. dass das keine brauchbare lösung ist, ist mir schon auch klar ... aber ... ach verdammt, ich weiß doch auch nicht ... sind bestimmt die hormone. bei frauen sind es ja immer die hormone.

fuck ...

mal sehen, wieviel tonnen baldrian ich heute brauche, um schlafen zu können ...

nur tibby ist ein steter lichtblick. wächst, gedeiht, kuschelt und schmust. wenigstens einer!

neulich gelesen : ein richtiger prinz tötet keinen drachen für dich, sondern er liebt dich auch, wenn du mal einer bist. so einen hätte ich jetzt gern!

ersatzweise muss mir jetzt josh turner was liebes sagen. macht er auch: "your man".

wenn ichn schokoladentyp wäre, würde ich jetzt mit einer turnierpackung taschentüchern, einem eimer schokoeis und seinem you.tube-video ins bett gehen ich lass es bei den nummern 1 und 3.

2011-10-29

#311 - memo to self

wenn das nächste mal geld zum verbrennen für musik da ist, josh turner zu jace everett in den einkaufswagen tun ... *sabber*

#310 - färdsch!

naja, fast. die exilklause zum abgeben. zumindest sah es heute am späten nachmittag so aus.
ich habe nämlich die hütte gepinselt, also die stellen, die zu pinseln waren, dabei eine formidable runde weltschmerz geschoben (meine seele ist doof. und ich darf nicht mal dagegen ansaufen ... gnaaaaahh!), ausgesprochen seltsame musik dazu gehört (aTelecine, anyone?) und bin jetzt platt wie ne flunder. was mich nicht daran hindern wird, jetzt noch mein regal aufzubauen, damit das chaos um den schreibtisch herum endlich aufhört.

ich hoffe sehr, dass meine farbwahl richtig war und dass das tricksen beim pinseln auch geholfen hat - sprich, dass keine flecke zu sehen sein werden.

2011-10-27

#309 - fundstück

"Und sie festigen damit das Bild des Nerds als kybernetische Lebensform, die nur zufällig in der schlecht frisierten Hülle eines pickeligen Jünglings gefangen ist, weil bei seiner Geburt kein Minitowergehäuse mit Netzteil frei war."

ich lach mich scheckig!!

(gefunden bei capt'n castagir.)

#308

die exilbehausung wird abgabefertig gemacht. das nimmt VIEL zeit in anspruch. und kraft. auch seelisch. (warum eigentlich?)
gestern abend habe ich bis 21:00 gewerkelt, einen teil davon zusammen mit jpat. der kümmerte sich um den transport der schweren+sperrigen dinge und den abtransport des sperrmülls. gott, was bin ich froh, dass ich den sperrmüll vom hals hab!!
meinen schönen holzschrank habe ich nun auch endlich auseinandergenommen. das hat mir einen kleinen muskelkater im rechten unterarm beschert, aber VIEL spaß gemacht.
hinterher war ich von dem ganzen räumen und tun ordentlich k.o. und brauchte dringend was heißes, scharfes zu essen. also noch ein abstecher zum GOA auf der karli (btw: absolut empfehlenswert!!) for grabbing some grub, dann nach s'thal, essen mit jpat, tot umfallen.
die möbel sind jetzt aus der exilklause raus. nun sind nur mehr kleinigkeiten zu transportieren, der balkon zu leeren, ein paar macken in den tapeten überzustreichen und durchzuputzen. was immer noch ein ausgesprochen sportliches programm ist, wenn ich am fr.-nachmittag abgeben will. wuah!

heute geht es weiter - erst mit arbeit, dann mit der hoffentlich letzten session in der r'straße. es gibt viel zu tun, ich will zurück in mein bett!

themenwexl, kat-kontent: tiberius geht es gut. er wächst und gedeiht, lernt irre schnell, steigt mittlerweile treppen, wobei ich immer einen herzkasper bekomme (die treppen in den oberen bereichen sind alle nach hinten offen, so dass er also im aller-ungünstigsten fall sehr tief fallen könnte — *kreiiiiiiisch*), spielt mit allen anderen miezen, rauft sich, frisst sehr gut - mittlerweile sogar fast ein ganzes küken -, und hat sein gewicht annähernd verdoppelt. dass auch er den keim der großen eingefangen hat, war abzusehen, aber natürlich beschäftigt mich das trotzdem. denn sooooo kräftig ist er nun auch noch nicht. mal sehen, was die tä sagt. ende dieser, anfang kommender woche werde ich ihn mal da vorstellen.

so, und nun back 2 work.

2011-10-20

#307 - noch mehr katzencontent

der kleine rote findelkatz ist im moment neben der arbeit mein mittelpunkt. tiberius habe ich ihn genannt, nachdem sich geronimo nicht so richtig abküzen ließ :o) (wobei ein kämpferischer roter schon passend geronimo hätte genannt werden können.)
er ist die anhänglichkeit in person, unglaublich verschmust, frisst gut (er hat mittlerweile einen richtigen bauch! *lach*), nimmt zu, benutzt sein klöchen und wickelt alle um die winzige pfote, die seiner ansichtig werden (außer simba). ich schleppe ihn praktisch ständig mit mir herum und beim arbeiten liegt er vor der tastatur und pennt. (was der konzentration uuuuunglaublich förderlich ist ;o) )




mit der eingesessenen besatzung hier habe ich ihn dann doch direkt vergesellschaftet. denn was nützt es ihm, wenn er möglicherweise (das müsste ich testen) tricho-frei, aber dank fehlender sozialisation völlig neurotisch aufwächst. das wäre besonders dämlich, weil es im moment noch heißt, dass er gegen ende dez. ausziehen soll. dann hätten wir einen gestörten kleinen kater, der auf der vermutlich folgenden odyssee von hand zu hand immer schwerer zu vermitteln wäre - nein, danke. dann lieber eine behandelbare infektion, aber dafür ein gut aufgewachsenes, glückliches katzenvieh.
außerdem ist eine echte räumliche trennung einigermaßen schwer zu machen. zumal er - wie gesagt - ein anhänglicher kerl ist und jammert, wenn er zu lange allein gelassen wird. ist er in meiner/unserer nähe, beschäftigt er sich stillvergnügt.



fidi hat sich direkt als quasi-tante verdient gemacht. er hat am schnellsten freundschaft geschlossen: kurz geschnuppert und dann direkt angefangen, den kleinen zu putzen und zu be"tanten" (lies: er kümmert sich immer mal, geht aber auch seine eigenen wege).


die tä stellte fest, dass tibby vermutlich in der ersten oder zweiten septemberwoche geboren wurde. und er ist erstaunlich fit dafür, dass er mindestens 2, vermutlich jedoch eher drei tage allein in der sperrmüllhalle lebte. kein niesen, keine entzündeten augen, saubere ohren, sehr dichtes, weiches fell. munter isser auch, verspielt, frech und ein kämpfer. der wird was :D

am sa.-früh wurde ich etwas unruhig, denn tibby hatte am fr recht gut gefressen, aber ich hab keine "abbauprodukte" gefunden. gut, er hatte eine weile zuvor nix zu fressen bekomen und folglich wohl auch nix groß auzuscheiden. aber so langsam müsste da mal was kommen - SO leer kann sein kleiner bauch dann nicht gewesen sein! ich hab ihm also laienhaft als nicht-katze seinen kleinen bauch massiert - nix. fidi kam dazu, saß daneben und guckte einen moment zu. mit einem gesichtsausdruck à la "orr mensch, so wird das doch nie was, lass mich mal machen!" - und tadaaaa - alles prima :D
was hab ich mich gefreut! sogar das mit dem katzenklo klappte von anfang an hervorragend. in den ersten beiden tagen habe ich ihn direkt in seine kiste gesetzt, wenn er unruhig wurde. das scheint für ihn total einsichtig gewesen zu sein :) wenn ich ihn jetzt bei mir habe, sagt er bescheid (mauzt auf eine bestimmte weise) oder ich sehe an seinem herumgetrippel, dass er muss. dann bring ich ihn nach oben in sein kaklo - klappt. wenn er im katzenzimmer ist, geht er alleine - klappt auch. stand per heute: ein einziger "flüssigunfall" in der küche, weil ich mit was anderem beschäftigt war.

man sieht, ich bin total im zuckerschock :D

2011-10-14

#306 - familienzuwachs




das isser. ein zuckersüßer roter kater, geschätzt in der ersten/zweiten septemberwoche geboren. Die augen sind schon offen, aber noch blau, zähnchen hat er auch schon, und er ist ein ganzganz weicher und puschliger.
ein kollege hat den kleinen im sperrmüll gefunden und ihn in einem karton mit schaumstoffunterlage erstmal vorm erfrieren gerettet. jetzt sitzt der winzling im katzenkorb zuhause im warmen bad, hat bereits ein bisschen gefressen und ist kurzum die zuckrigkeit in person.
der hat sich den ort zum gefundenwerden schon gut ausgesucht :)

zu den anderen darf er einstweilen noch nicht, denn die kämpfen derzeit mit zwei garstigen einzellern, die ihnen durchfall in seiner schlimmsten form bescheren. trichomonaden und clostridien. was man halt so braucht ...
aber bloß gut, dass ich eine ganz große laboranalyse in auftrag gegeben habe. die kostet zwar richtig, aber ich weiß jetzt, woher es kommt. und kann gezielt behandeln. die meisten katzenbestände seien wohl "durchseucht", sagt die ärztin. und weil die analyse so teuer ist, wird sie selten gemacht. mist. aber einen feind, den man kennt, kann man leichter bekämpfen.
wieder was gelernt. und den bartputzern geht es hoffentlich auch bald allen wieder gut.

2011-10-12

#305 - vielleicht sollte ich es auch mal mit singen versuchen ...

"das Gefühl, was auf einmal wieder da war, war genau das, was ich so verzweifelt gesucht hatte. Das Gefühl, mir selbst genug zu sein. Eine Stimme zu haben. So tief empfinden zu können, dass es dir niemand wegnehmen und dir niemand schaden kann. So stark zu sein, dass du nie untergehen wirst, ganz gleich wieviel auf dich raufgeschmissen wird. Und das Gefühl, alles tragen zu können, weil ich mich selber tragen kann."

gefunden heute bei anke gröner. danke.

#304 - gott sei dank!

der angsttermin gestern ist gut gelaufen. ich habe mit menschen geredet, nicht mit sturen betonköpfen und man hat verhandlungsbereitschaft nicht nur signalisiert, sondern ganz klar angesagt. nun geht es an einen der letzten schritte, weiterer papierkrieg und endlose telefonate. aber die telefonate - die darf ich abgeben.

was bin ich erleichtert!

nun steht noch job 3/3 an, der ebenfalls heftigst anbrennt. aber "kommwer übern hund, kommwer auch übern schwanz" - das wird auch. muss.

und nun back 2 work, heute mal wieder im büro.

#303 - gedanken zur arbeit

kürzlich bekam ich - vollkommen im ernst - gesagt, es sei ja man bloß gut, dass ich keine technischen texte schriebe. wegen dieser bemerkung war ich wirklich angefressen.

zum einen wäre da die tatsache, dass das blödsinn ist: ich habe jahrelang erfolgreich patente übersetzt. erfolgreich heißt, der auftraggeber war mit meinen übersetzungen so zufrieden, dass er mich über mehrere jahre hinweg immer wieder beauftragt und relativ gut bezahlt hat. also nochmal: was genau ist ein patent, wenn nicht zu einem großen (überwiegenden?) teil technisch?

nächste frage: wer verzapft den ganzen unleserlichen schrott, mit dem sich der übersetzer oder lektor herumschlagen darf? um den sinn hinter gruseligen - bisweilen auch gern unverständlichen - , elend langen und mit substantiven völlig zugemüllten* satzkonstruktionen zu erraten? techies - im weitesten sinne. also leute, die eben nicht kommunikation studiert haben. sondern die rechnen können, konstruieren, programmieren usw. (zumindest hofft man das.)

dann ist es aus meiner sicht nicht fein, auf andere herabzusehen, weil sie etwas anderes gelernt/studiert haben und tun als man selbst. mir gehen arrogante studiosi schwer auf die nerven, die auf alles herabsehen, was mit den händen arbeitet oder nicht mathe/physik/... im hauptfach studiert hat. ebensosehr nerven mich hand-werker, die (uns) "griffelspitzer/sesselfurzer/..." herabwürdigen, weil wir eben NICHT überwiegend mit den händen arbeiten. diese unterteilung ließe sich nahezu unendlich fortsetzen: veterinär- gegen humanmediziner, mediziner allgemein gegen den rest der welt, techniker gegen kommunikationsfachleute, und. so. weiter. es nervt.

ob den schwätzern jedweder richtung schon mal aufgefallen ist, dass es weder ohne die einen noch ohne die anderen geht? das ist doch grade das gute an unserer gesellschaft: arbeitsteilung. man macht das, was man (hoffentlich) besonders gut kann. dafür braucht man sich nicht mit sachen herumzuschlagen, für die man weniger begabt ist.
die einen rechnen, konstruieren und bauen sachen, andere schreiben, texten und erklären. (und noch andere machen noch andere sachen. und das ist auch gut so.)
grundsätzlich tut man meiner meinung nach gut daran, sich bei sachen, die man selber nicht so gut kann, von leuten helfen zu lassen, die es können.

ich kann sagen, ich habe in meinem leben bereits sehr viele technische texte gelesen. hunderte, wahrscheinlich sogar tausende. bedienungsanleitungen, handbücher, die oben bereits genannten patente, lehrbücher, dokumentationen, und ... und ... und.
manche dieser texte waren hervorragend: klar strukturiert, verständlich, flüssig zu lesen, im optimalfall auch typografisch ansehnlich - und sie brachten "ihre" information an den leser. dass mir solche texte auffallen, liegt an ihrer seltenheit.
andere texte waren einigermaßen okay, die information kam rüber. (vermutlich.) die störquellen machten den text nicht unverständlich. diese art texte ist der durchschnitt. schlampig redigiert, schlampig formatiert, aber der übersetzer wird's schon richten - oder: der käufer wird es schon kapieren. tun sie ja auch meistens.

gelegentlich waren texte aber schlicht grauenhaft. sie bestanden aus pseudo-techsprech, durchsetzt mit unzähligen (möchtegern-)anglizismen, die sach- und fachkunde vortäuschen sollten. (nein, "die art" (... und weise) entspricht auf englisch nicht "the art". ehrlich nicht. ich hab nachgesehen.)
ich habe sätze gelesen, die nur aus substantiven bestanden*. kommasetzung "wie mit der pistole reingeschossen" korrigiert. von "das"/"dass" rede ich vorsichtshalber gar nicht erst. ich habe unverständliche ausführungen gelesen. struktur vermisst (thema-rhema-gliederung, anyone?). das ganze wurde gern kombiniert mit optischen gemeinheiten wie winziger schriftgröße, schlecht lesbaren schriften, fehlenden absätzen, blöden farben und dergleichen - die liste ist leider sehr lang.

warum nur meinen techies, dass sowas ausreichend ist? nein, ihr lieben, ist es nicht. wegen solcher schlampereien geschehen fehler. produkte werden nicht richtig verwendet, nutzer sind frustriert. anlagen gehen kaputt, leute verletzen sich, firmen bekommen sehr teure regressforderungen an die backe genagelt (produkthaftung ist in dem zusammenhang eine garstige sache!).
und all das nur, weil euch eure leser nicht verstehen. das muss nicht sein. fragt doch einfach jemanden, der sich damit auskennt.

und bloß weil etwas "schon immer" so war oder gemacht wurde, muss man denselben scheiß doch nicht ewig weiter schlecht und/oder falsch machen. wäre "das haben wir schon immer so gemacht" eine brauchbare begründung, säßen wir heute noch in dumpfigen höhlen und würden steine auf mammuts schmeißen.


* beispiel gefällig? voilà: "die berechnung der aufgabenstellung wird durchgeführt" da kotz ich im strahl! wie wäre es denn mit "die aufgabe wird berechnet"?!



mein weiterer meckerpunkt (der diesmal gottseidank nicht auch noch zum tragen kam):
mein "hausfrauenstudium" übersetzen.
oft gehört: das übersetzen sei doch total einfach, dazu brauche man ja nur ein wörterbuch. ja, nee, is klar. meint ernsthaft jemand, dass ein übersetzerstudium 5 jahre dauern würde, wenn es so einfach wäre? der spracherwerb ist damit übrigens nur sehr am rande mit abgedeckt.

als beispiel für "ihr braucht ja kein technisches verständnis" werden immer gern literaturübersetzer genannt.
zunächst: auch hier ist diese behauptung wieder quatsch. selbst eine "banale" krimiübersetzung kommt heutzutage selten ohne forensik und entsprechendes technik-geraffel aus. csi und co wären echt langweilig, wenn statt "rippenspreizer" und "röntgenfluoreszenzspektroskopie" von "dings" und "analyse" die rede wäre.

dann: woran merkt der übersetzer, dass die amis jetzt grade vom "Sie" zum "du" übergehen?

hm. wohl doch nicht so einfach.

und dann sieht es bei den literatur-übersetzern auch nicht besser aus als bei ihren technik-/vertrags-/wirtschaftskollegen: man sieht sie nicht.

eine übersetzung wird nur als solche wahrgenommen, wenn sie schlecht ist. eine gute übersetzung hingegen ist quasi unsichtbar. gelesen, kommentiert und zitiert wird der autor.
aber hat sich schon mal jemand klargemacht, dass es die so genannte weltliteratur schlicht nicht gäbe ohne übersetzer? dumas, melville, cervantes, dostojewski - sie alle wären nur einem verhältnismäßig kleinen leserkreis bekannt.

die arbeit des übersetzers ist schon deutlich mehr als das bloße wälzen von (fach-)wörterbüchern. so lange spr ache nicht logisch ist (bzw. so lange maschinen nicht denken können), so lange wird eine maschinelle übersetzung scheitern. und so lange werden sich vermutlich leute, die ahnung von sprache haben, mit der herablassung der rechner und techies et cetera konfrontiert sehen.

2011-10-10

#302

völlig platt. und nur eine der drei dringenden aufgaben geschafft.

und der morgige showdown ist nicht weit genug vorbereitet. ich hab bammel.

#301

verdammt, und wieder kann ich nicht schlafen ... der montag wird damit ein würdiger nachfolger des wochenendes ... diese woche wird ein ritt auf messers schneide.

verdammt ...

#300.1 - nachlese

gott, was für ein wochenende ... sowas müsste verboten sein oder werden.

am fr den krach aller kräche mit jbob gehabt, er findet, ich muss eine lösung (er-)finden für uns und unsere verfahrene situation. und natürlich bin ich schuld daran, dass er so runter ist mit allem.
dass ich nach der von ihm geforderten (jawohl, geFORDERT!) lösung seit mehr als einem jahr suche, ignoriert er gekonnt. baut mörderischen druck auf. wütet, verletzt mit worten. nicht so tief wie das letzte mal, nicht so massiv, aber doch so, dass es meine seele verletzt. und mich trost- und ratlos zurücklässt.

seinen geburtstag wollten wir feiern, eigentlich. vorher war aber tagelang keine an- oder aussage von ihm zu bekommen, ob er zu feiern vorhat oder nicht, und falls ja, wo, wie und wann. von seinem bruder erfahre ich, geburtstage, igitt, das sei ja wieder ein jahr näher am tod - sowas feiere man nicht. (kindchen, wennde nicht alt werden willst, musste dich jung aufhängen! weisheit courtesy meine ur-oma frieda, gestorben mit 96 ...) am do. streiten wir uns erst mal online, es endet mit frostigem schweigen beiderseits.
später schicke ich eine erklärende mail mit bitte um rückmeldung, und es kommt - erst mal nix. erst am folgetag (dem tag x) bekomme ich bescheid, doch, ja, er wolle mich schon gern sehen. kein wort zu plänen oder dergleichen. also schlage ich erst einmal vorsichtig "essen gehen und danach weitersehen" vor. wir treffen uns, gehen essen, danach ins kino, so weit eigentlich alles ganz gut. nur dass er völlig entscheidungsunfähig, unmotiviert und unlustig wirkt.
aber dannnnn, dann kommts: ich will igendwann - spät - heimfahren. das getier wird nicht versorgt, und zum über-nacht-bleiben hab ich auch nix dabei. es war ja keine ansage von ihm zu bekommen hinsichtlich seiner pläne - und wenn er nicht plant, dann tu ich das eben.

er tickt aus. wütet, rast, beschimpft, wirft vor - das komplette programm. wir diskutieren bis weit in die nacht. gegen 2 (?) breche ich ab und auf, 20 min später ankunft im heimischen sessel - nur der ersehnte und für anstehende aufgaben bitter nötige schlaf, der will sich nicht einstellen.
nicht eine und nicht zwei stunden später.
zweimalzwei baldrian-und-hopfen-pillen später robbe ich dann doch ins warme wasserbett und döse wenigstens etwas - so viel zu den segnungen der modernen pharmazie. (gut, wenns nichts verschreibungspflichtiges ist, ist es mit dem segen auch nicht immer so sehr weit her.)
gefühlt 3 minuten später fängt der wecker unbarmherzig an zu schrillen und erinnert mich daran, dass tierarzt und vielviel arbeit anstehen.

ta: check. ein sehr unzufriedenes katzenvieh später, dessen verdauung sich aber immerhin in den kommenden stunden bessert, und etliche euro leichter verlasse ich quasi-schlafwandelnd die örtlichkeit. auf der heimfahrt entgehe ich nur knapp einem unfall (der wäre auf meine rechnung gegangen ...) und stelle fest, dass ich in dem zustand gar nicht erst ans arbeiten zu denken brauche.
arbeit also: kein check.
schlechtes gewissen und viel frust: doppelcheck.

den tag verbringe ich im wesentlichen mit dem fehlschlagenden versuch, ein bisschen schlaf nachzuholen, und später mit dem versuch, einigermaßen wachzuwerden. das immerhin gelingt halbwegs, und mit einem guten pfund camouflage-spachtelmasse im gesicht sehe ich sogar aus wie ein mensch. wie ein ziemlich zermatschter mensch nach einer üblen nacht, zugegebenermaßen - aber das entspricht auch den tatsachen.

abends stehen film und musik mit jpat und freunden an, die karten waren schon vor monaten besorgt, also gilt kneifen nicht. so richtig will ich das auch gar nicht, denn film (matrix 1) und musik (matrix suite, hier live gespielt vom mdr-orchester) sind großartig.

anschließend fahren wir noch kurz zur geburtstagsfeier von jpats bestem kumpel aus den alten zeiten. die party entspricht meinen erwartungen (zu viele zu laute leute, schlechte musik, viel, aber mittelmäßiges essen, saufen bis zum abwinken, aber nix wirklich brauchbares aus dem alkoholfreien bereich). so bitte ich bereits nach kurzer zeit um aufbruch. der wird mir gewährt, und ich falle wenig später praktisch tot ins bett. dumm nur, dass sich ein gehirn nicht einfach ausknipsen lässt, und so plagen mich wirre träume. aber erst einmal: schlafen.

den sonntag verschlafe ich großteils. gegen mittag bin ich dann so weit wiederhergestellt, dass ich es mit aufstehen versuche. den mickrigen rest des wochenendes verbringe ich irgendwie.

nach solchen wochenenden freut man sich geradezu auf den start der neuen arbeitswoche ...