2016-12-15

#711 - seelenschwer (rant)

unschöne tage sind das grade.
in meinem job nicht, da läuft es erstmals seit einer guten weile wieder so, dass es richtig spaß macht. aber auf vielen sonstigen ebenen.

das zusammenleben mit dem gatten ist derzeit kein kraftspender für mich, sondern macht das bündel auf meinem buckel gerade noch schwerer. er verspricht mir dinge, an die ich ihn immer und immer und immer und immer wieder erinnern muss. und noch mal. und nochmal. und es passiert nichts. so liege ich ihm seit mitte des herbstes in den ohren, dass ich gern eines meiner räder "auf die rolle" (=den rollentrainer) gestellt haben möchte, damit ich drinnen immer mal ne runde strampeln kann, wenn es für mich zum radfahren draußen zu dunkel oder einfach zu unfreundlich ist. mit ihm komm ich ja seit wochen nicht mehr regelmäßig raus. seit sonntag (=dritter advent ...) steht das tacx immerhin in der werkstatt. aber da steht es gut - und passiert ist seither ... nix.
dass er mit seinem daumen vieles nicht oder nicht gut oder nicht schmerzfrei kann, ist klar. aber warum, zum §$&!, macht er dann nicht grundsätzlich klare ansagen? wir (!) verabreden, am we an beiden tagen wenigstens ne kleine runde mit den rädern machen zu wollen. am sa. fällt ihm morgens ein, dass er zum fußballspiel des enkels gehen muss, und am so. kann er nicht wegen daumenweh. beides sind für mich akzeptable begründungen - aber warum sagt er mir das nicht gleich? dass er seinen daumen schonen möchte, das weiß er schon seit ende november.

dann die ansage, dass er mir bei der diesjährigen feiertagsdeko nicht helfen kann,  wegen des daumens. das wäre an sich kein problem. kann ich alleine, hab ich bisher auch hinbekommen. aber a) habe ich ihm bereits letztes jahr (!) gesagt, dass ich gern einen reifen in passender größe aus dünnem. aber stabilem rohr haben möchte, um dem kranz damit einfacher binden zu können - das ist in fast nem jahr nicht passiert. und bis mitte okt. war der daumen heil.
und b) muss er mir ja beim aufhängen nicht zwingend selber helfen, es reicht schon, dass er mir mal wen ranorganisiert, der die gewünschte hochziehhilfe befestigt. das werde ich dann jetzt selber machen und mich auch um die befestigung selber kümmern. im zweifel ist es dann halt eine klobige und schwergängige geschichte - aber ich hab wenigstens ne deko. gar nix fühlt sich für mich wahnsinnig traurig und trostlos an. dazu seine aussage, wir brauchten keine deko, wir seien doch gar nicht da - das ist schlicht falsch. evtl fahre ich einen oder zwei tage zu meiner mutter, aber ansonsten bin ich schon zuhause. und meine januarreise dauert auch nur wenige tage.

die behausung habe ich seit wochen weitgehend allein an der backe. er greift wohl mal punktuell mit zu, wenn ich laut genug rumjammere. aber von sich auch tut er noch weniger als im normalfall, und das ist schon wenig genug.

same same mit den katzen. der graue hat gekränkelt und sehr abgenommen. ich vermute zahnprobleme, und er muss zum doc. eigentlich hatte der gatte versprochen (ha, ha ...), dass er sich kümmert, weil ich noch nennenswert stunden schaffen muss bis kommenden donnerstag (tag der abrechnung mit meinem auftraggeber). aber wenn ich ihn daran erinnere, kommt, nein, heute/morgen nicht, ich habe zu viel zu tun.
ich bin es so leid.
es fühlt sich alles sehr, sehr ungeliebt an.

dass zusätzlich zu all dem meine rechnungen an die gattenfirma der letzten 7 monate noch ausstehen, schlägt dem fass die krone ins gesicht. eigentlich hatte ich gedacht, das sei nach dem ausscheiden  der schwiemu nun geschichte - aber da habe ich  falsch gedacht.

ich werde wohl mal die berühmten drei worte sagen müssen: "wir müssen reden."

2016-12-09

#710 - komische vorstellungen haben die ...

während einer feier im sommer passierte einem der gäste ein missgeschick, und es ging eine große und recht teure vase zu bruch. mein gast meldete das seiner haftpflichtversicherung. die schickte mir wochen später eine schnippische epistel, in der der sachbearbeiter folgende dinge forderte:

* fotos von der heilen vase (immerhin „soweit möglich“)
* fotos von art und umfang des schadens
* die scherben (kein witz – „bewahren Sie die beschädigte Sache bitte bis zur abschließenden Regulierung auf ...“)
* eine „ausführliche, schriftliche“ schadensschilderung von mir, auch wenn ich gar nicht zugegen war,
* namen und anschriften aller augenzeugen (!!),
* kaufbeleg und
* hersteller und typbezeichnung.

dabei hatte ich bereits im sommer vom verkäufer ein gutachten über die vase angefordert, weil typ und hersteller auf der vase nicht draufstanden. und dieses gutachten, das im übrigen auch ein ungefähres anschaffungsdatum und natürlich einen preis enthielt, dieses gutachten lag der versicherung auch vor.

nachdem ich – ebenfalls eher weniger konziliant – geantwortet hatte (unter anderem, dass ich die rasiermesserscharfen scherben einer 10 kilo schweren bodenvase ganz sicher nicht aufhebe), bekam ich heute nun die mitteilung, dass man nun doch reguliert - zum zeitwert.

was mich schon ein bisschen zu kopfschütteln veranlasste, denn was machen die bei antiquitäten? wird da bei einer mingvase auch der zeitwert angesetzt (weil, sagen wir mal, 2000 jahre alt, wert gleich null)? also ich hab, nein, hatte eine vase, teuer und unersetzbar (weil nicht mehr produziert). und bekomme 30 % abschlag, weil die 2 jahre alt ist. nun gut.

da ich jedoch so gar keine lust habe, mich noch weiter mit den plinsen herumzureißen, lasse ich es dabei bewenden. nicht ohne eine weitere kerbe in das kerbholz der versicherungen zu schneiden, mit denen ich über die jahre zu tun hatte. eigentlich ist es schade, dass diese ehrenwerten häuser ihrem besch...eidenen ruf so dermaßen gerecht werden. aber nicht überraschend.

2016-12-08

#709 – kotelett am kopp oder was??

gestern abend ist mir was echt surreales passiert. nach einem sehr unerfreulichen tag (de facto kein internet = verbindungsgeschwindigkeiten von mageren 0,03 Mbit/s eignen sich nicht für die remote-arbeit) wollen der gatte und ich kurz vor ladenschluss noch mal fix in den elektronikmarkt, einen neuen router kaufen. (dass ich den router nicht für den grund unseres problems halte, ist ne andere sache, darüber evtl. später mehr.)

ich bin in ner schlumperigen, ehemals schwarzen cargohose, einer taillenkurzen, anthrazitfarbenen steppjacke (sportlich) und in schwarzen hightops mit kunstfell unterwegs und habe nicht das gefühl, dass das optisch jetzt ein burner sei. 
im einkaufszentrum wurde ich dann aber so intensiv angestarrt, dass es sogar dem gatten auffällt. überwiegend männer haben mir nachgeglotzt (anders kann man das nicht nennen!) – die blieben stehen und verdrehten sich die hälse. und das, obwohl ich mit mann an der seite rumlief! völlig ungeschminkt, mit augenringen und standard-glatt weggesteckten haaren. völlig surreal. ein paar frauen guckten auch. aber nicht abfällig. (das merke ich schon – diesen missbilligenden mikro-flunsch und seine nöligen verwandten erkenne ich sicher.)

schon echt seltsam!

edit: andreea meint, ich hätte vielleicht einer prominenten im „tarnoutfit“ (muss ungestylt in die öffentlichkeit) ähnlich gesehen. ein sehr seltsames gefühl war es trotzdem und in jedem fall. 

2016-12-05

#708 – it ain't over 'til it's over oder: 2016 versuchte nochmal nachdrücklich zu saugen

Am 21.11. ereilt mich nachmittags gegen zwei ein Anruf der Tierarztfreundin, die mit des Gatten Onkel liiert ist (die, bei denen die Rinder auf der Koppel stehen). Die kleine Färse, genannt „die Mutsche“, hat Wehen, aber es scheint sich nichts zu tun. Wie lange schon, ist unbekannt. Sie erreiche ihren Mann nicht, ob ich via dem Meinigen dem Ihrigen Bescheid geben könne. Mach ich.

Aber was nun?

Wir sind beide halbwegs ratlos, wie nun weiter zu verfahren sei, da die Mutsche eher weniger entspannt ist im Umgang mit Menschen. Kein Wunder, die Rinder leben ganzjährig auf der Koppel, und wir Menschen greifen nur punktuell ein (regelmäßig zufüttern, Klauen schneiden und Blutabnahme gelegentlich, Ohrmarken setzen einmalig - so was halt). Die C. selber ist grade mit Reitschulkindern beschäftigt und nicht abkömmlich.

Ich flitze erst mal rüber, um mir ein Bild zu machen und dann zu tun, was ich besonders gut kann: Organisieren und Herumtelefonieren. Der G., ihr Mann, kommt auch gerade, und wir stiefeln gemeinsam über die Koppel, um die Lage zu sichten.

Der Mutsche geht es schlecht, aber sie ist nicht apathisch genug, uns an sich heranzulassen. Sie liegt am äußersten Ende der Koppel, steht aber sofort auf und weicht uns aus, wenn wir auf weniger als 5 Meter herankommen. Wir beratschlagen, wie wir weiter verfahren wollen. Arzt holen? Den Schlachter? Den Bisonzüchter aus dem Nachbardorf? Alle müssen ggf. erst herantelefoniert werden.
Der G. willigt scheinbar ein, dass ich vor einer endgültigen Entscheidung noch mit dem Meinigen spreche – schließlich sind wir diejenigen, die die Rechnungen bezahlen müssen. Als ich 10 Minuten später dem G. mitteile, dass wir bei Kosten ab vierstellig die Kuh schlachten lassen (müssen – das haben wir grade nicht klein einstecken), teilt er mir mit, dass er die Tierklinik bereits angerufen hat und die bereits unterwegs sind.
Ich schäume – aber nun isses mal so, Punkt. Kann ich nur hoffen, dass es nicht so teuer wird.

Der TA kommt von der Unikinik und steckt erst mal in einem Stau auf der P-straße fest. Es ist bereits dunkel. als er eintrifft. Und bitterkalt. Zu dem Zeitpunkt habe ich bereits 3 Stunden im sibirisch-eisigen Wind auf der Koppel zugebracht. Zum Glück hat mir der Gatte eine weitere Jacke mitgebracht und zwei Fahrradlampen. Eigentlich zum Suchen der Mutsche, aber sie erweisen sich später als OP-Licht als höchst nützlich.

Die Mutsche wird mit dem Blasrohr sediert, das Narkotikum wirkt erfreulich schnell, und dann geht es schon los. Die Mutsche bekommt einen Strick um das Hinterbein, damit sie den TA nicht tritt. Diesen Strick soll der G. halten. Also FEST halten. So dass sie eben nicht treten kann. Und was tut er? – Hält den Strick wie nen Pillemann mit zwei Fingern, sodass der TA dann doch zwei, drei Tritte abbekommt. Ich mache mir meine eigenen (wenig freundlichen) Gedanken darum, wie hilfreich der G. bei dieser ganzen Geschichte ist.
Dann Scheren, Rasieren, Waschen, Lokalanästhesie, nochmal Waschen, Schnitt. Direkt auf der Koppel. Im Wind. Der TA hat unter seinem OP-Schurz nur ein T-Shirt an, und ich frage mich, ob der Uran frühstückt, dass er die schneidende Kälte so wegsteckt. Die mitgereiste Studentin assistiert, der Student steht ein bisschen ungeschickt in der Gegend herum. Ich leuchte.
(Man staunt, wozu die modernen LED-Fahrradlampen alles taugen. Die geben ein wunderbar fokussiertes Licht ab, und sowohl der TA als auch die beiden studentischen Assistenten sind sehr angetan davon.)
Nach erstaunlich kurzer Zeit (schätzungsweise nicht viel mehr als eine Stunde) ist der Uterus entwickelt und das tote Kalb draußen. Der TA meint nach Blick auf die Fibrinmengen im Bauch der Mutsche, sie könne schon SEHR lange Wehen gehabt haben. Sooo groß war das Kalb dann gar nicht – aber die Lütte ist eben noch ein Kind – quasi eine frühe Teenager-Schwangerschaft (bzw. -trächtigkeit) :(((
Der TA ist erfreut über den Zustand des Uterus, der sich bereits deutlich zusammenzieht. Das sei ein gutes Zeichen. Er wird gründlichst gespült, mit zwei gewaltigen Nähten mit fast zwirndickem Faden zusammengenäht wie ein dicker Rollbraten und rückverlagert. Dann spült der Doc den Bauch ebenso gründlich, vernäht den Bauchschnitt und klammert die Haut. Nach reichlich zwei Stunden ist die OP beendet, und wir stehen frierend im Licht der beiden Transporter auf der Koppel. Der Gatte und ich reisen heim, ich falle in die Wanne und anschließend stumpf ins Bett.

Epilog:

Anderntags versuchen die C. und ich, dem Färslein die zweite Antibiose-Spritze zu geben. Klappt natürlich nicht, die Dame lässt uns nach den Schmerzen und Erfahrungen des Vortages natürlich nicht an sich heran. Aber es geht ihr den Umständen entsprechend passabel. In den folgenden Tagen erholt sie sich dann zusehends.
6 Tage post-OP darf sie wieder zur Herde. und 10 Tage post-OP werden ihr während der jährlichen Blutentnahme auch die Klammern entfernt. Ob sie nun wieder trächtig wird und ob eine solche Trächtigkeit problemlos läuft oder sie dann im zweiten Anlauf umbringt, werden wir nun abwarten (müssen). In Summe war die Rettungsaktion ein Erfolg. Das immerhin ist richtig schön!

Der TA-Einsatz war dann erstaunlich preiswert, knapp 500 EUR über alles inkl. Not- und Nachtdienstzuschlag finde ich erstaunlich wenig dafür, dass da einer mit einem Koffer voll Equipment anreist und sich insgesamt etwa 3 Stunden lang auf einer sehr kalten Koppel mit einer fremden Kuh beschäftigt. Der Gatte und ich sind froh, dass wir den Rettungsversuch gemacht haben, weniger froh hingegen über des G. Eigenmächtigkeiten. Ich denke, das werden wir noch mal bereden. Zumal der G. mit Kühen exakt genau so wenig Erfahrungen hat wie wir. Bei Pferden ist das anders, die züchtete er ja jahrzehntelang. Aber Pferd =/= Kuh.
Der Gatte und ich haben vor, in Zukunft unsere Wünsche nachdrücklicher durchzudrücken, nach dem bekannten Motto: „Wer die Musik bezahlt, bestimmt auch, was gespielt wird.“

Wir werden sehen. 

2016-11-17

2016-11-16

#706 – da schau an ...

im mai bloggte die geschätzte felis einen artikel über die lahmende gleichberechtigung (und vor allem: gleichverpflichtigung oder wie das biest genannt werden mag). ich dachte zunächst, och nööö, so schlimm ist das doch bei uns gar nicht, der gatte macht doch auch was.

bei genauerem hinsehen stellte sich indessen heraus: nope.

also der gatte tut schon was im haushalt. ein kleines bisschen. wenn jedoch die zeiten stressig sind (und das waren sie im letzten halben jahr sehr viel mehr als mir lieb war!), dann klebt der allergrößte teil an mir. täglich mindestens eine stunde für „putzräumwischpolier“ muss ich rechnen. grundsauber fühlt sich das aber nicht an – käme unerwarteter besuch, wäre mir der zustand der behausung gelegentlich peinlich. und da hab ich schon ne putzfrau, die mir einen erheblichen teil des grundreinemachens abnimmt!
in haus und garten kümmert er sich gelegentlich erst nach hundertdrölfzig erinnerungen meinerseits um dinge abseits von rasenmähen und zeug-wegfahren (sperrmüll, gartenabfälle usw.).  ja, die fahrräder und die fahrzeuge sind sein ressort. und im normalfall geht das auch halbwegs zeitnah. aber selbst da klemmt es in letzter zeit. die schaltung an meinem einarmigen banditen macht seit ende des sommers schwierigkeiten, und ich habe ihm das auch deutlich öfter als einmal gesagt.
*seufz*

in den letzten tagen, seit ich allein zuhause bin, stelle ich fest, dass ich deutlich weniger zu tun habe. die hütte ist auf einem guten passablen grundsauberkeitslevel, die arbeitsflächen und der tisch sind krümelfrei und sauber, es steht kein wenig gelumps rum (gut, das kann auch ich hervorragend), die gewaschene wäsche ist verräumt (okay, auch da bin ich ebensooft der schlummi wie er) und insgesamt bin ich ganz erstaunt, dass ich die große hütte so entspannt im griff habe. und da sind außergewöhnliche aktionen bereits drin, wie z.b. gestern den saugroboter wirklich grundreinigen. also nicht bloß dreckbehälter leeren und grob die haare aus dem seitenbürstchen und von den rollen entfernen. sondern dreckbehälter innen mal komplett saubermachen (das war nötig, nachdem der saugi mehrmals katzenfutterteile eingesaugt hatte), die lager aller räder und bürsten entfusseln (daraus könnte ich mir vermutlich eine weitere katze stricken *ürgs*), den bürstenkäfig und div. andere bodennahe teile von angetrocknetem katzenfutterschmodder befreien – also das wirklich große programm. (was der gatte ganz offensichtlich so noch nie getan hat.)
und anschließend natürlich arbeitsflächen und benutztes werkzeug reinigen und desinfizieren.

nachdem ich den gatten wegen seines mangelnden engagements im haushalt jüngst angezählt hatte, gelobte er nicht nur besserung, sondern setzte diverses davon auch wirklich um. so sind wir beim geschirrspüler-ausräumen aktuell bei 50:50 – klasse! den einkauf hat er sehr lange komplett allein erledigt, mittlerweile gehen wir meist gemeinsam. und um den müll kümmert er sich auch nahezu komplett alleine. das ist ein job, den ich abgrundtief hasse.
nur die nummer mit dem putzen ... *seufz* da haben wir immer noch erheblichen handlungsbedarf. weil es a) aufgrund der vielen und großen flächen die meiste zeit frisst und b) am schnellsten sichtbar wird. bekleckerte oder bekrümelte flächen fallen (mir) durchaus auf – und ich kann darauf nicht einfach weiterarbeiten, weil ich oft nicht weiß, was das für klecker oder krümel sind. brotkrümel mögen noch schleichen. aber die krümel nach einer saugi-reinigung sind doch sehr igitt.
in summe hab ich den eindruck, dass mir, wenn er daheim ist, der putzlappen an der hand anwachsen könnte ... das missfällt mir nennenswert.

außerdem stelle ich – durchaus erstaunt – fest, dass ich diesmal das alleinsein sehr genieße. nicht falsch verstehen, ich freu mich riesig darauf, wenn er wiederkommt. aber jetzt komplett mein eigenes ding machen zu können, zu bett gehen, aufstehen, kochen, arbeiten wann immer ich will, praktisch keine störungen von außen, futtertechnisch weitestgehend wunschkonzert – doch, das hat was.

so, und nun auf zum feierabend, heute mit blumenkohlmuffins mit straußenfleisch zum abendbrot und film vorm kamin. yay.

2016-11-14

#705 – Running wild

Heute gab es bei mir Größtalarm: Meine Plüschmamsell hatte sich unterm Zaun durchgegraben. Unerwartete Talente. (Und ich Dussel placke mich mitm Spaten im Garten ... Hättse mir das nicht eher mitteilen können?) 

Ich hatte in meiner Not auch gleich den Gatten angerufen, der im Moment grade in Weitweitweg aufm Gletscher sitzt. Der wollte mir nun schnellstens Hilfe zukommen lassen und sagte sogleich dem R. Bescheid, der mit zwei weiteren Mannen im lauten Pickup bei mir einritt. Nun steht Madame GAR nicht auf Lärm und auf Fremde, und sie hat den R. das letzte Mal vor Ewigkeiten gesehen. Dass das zum leichteren Einfangen nicht beitragen würde, stand im Prinzip dran. Aber andererseits poltere ich ja Leute nicht an, die zum Helfen gekommen sind. Und die drei hatten ja nun wirklich nur die besten Absichten (nur leider auch keine Ahnung). Quintessenz: Madame, die vorher noch in unmittelbarer Nähe des Geheges saß, wo ich sie sehen konnte, verdünnisierte sich und ward nicht mehr gesehen. 

Es schloss sich eine längere Session aus Telefonaten an. Polizei und Veterinäramt mussten informiert werden: Wenn Spaziergänger am See Sichtungen eines Leoparden oder so was melden, sollten die Leutz von der Rennleitung wissen, was davon zu halten ist, und mich ggf. informieren. Dann einen TA mit Betäubungsgewehr, noch ein Anruf vom Veterinäramt - die riefen mich an und hatten einige sehr gute Tipps zum Wiedereinfangen – Nachbarn, die sie gesehen haben könnten, mein Futterlieferant, der ausgerechnet heute lieferte und mit dem die Abholung organisiert werden musste, die Familie, die das auch mitbekommen hatte, das volle Programm. Zwischendrin viele, viele Runden, die ich rufend durchs Viertel drehte. Und mein Herz wurde schwerer und schwerer, aber Abklappen und Heulen ging nicht, denn wer hätte denn dann weitergesucht. 

Gegen 7 brach ich zur x-ten Such-und-Ruf-Runde auf und nahm ein weiteres Mal die Thujahecke im Nachbarsgarten zum Ausgangspunkt der Runde.
Merke: Katzen sind sehr standorttreu und möchten i.d.R. eigentlich nur wieder nach Hause, in vertrautes Gelände. Dank der Taschenlampe „verriet sich“ Lasercat – heißt, ich konnte ihre leuchtenden Augen sehen und auch, dass sie mich ansah. Ich kniete mich hin und krabbelte sachte an sie ran, dabei mein aller-beruhigendstes Beruhigungspurren purrend. Sie fauchte zu Anfang sehr und hatte giGANtische Angst, ließ mich aber dicht an sich herankommen. Zunächst dachte ich darüber nach, ihr meine Jacke überwerfen zu wollen, verwarf die Idee aber wieder. Erstens wäre sie sicher zu schnell gewesen und ausgewichen und zweitens danach weggeflitzt. Und ob ich sie dann a) gefunden hätte und b) noch mal dicht genug an sie rangekommen wäre ... Blöde Idee. 

Ich hielt ihr stattdessen ein Stück Hähnchenschenkel hin. Das schlug sie mir heftig aus der Hand und schlug gleich noch mal und noch mal zu, aber mit abnehmender Intensität und leiser knurrend. Ich rückte ein Stück vom ihr ab, redete ihr weiter leise gut zu und hielt ihr ein weiteres Stück Fleisch hin. Das Knurren hörte auf, sie entspannte sich etwas. Ich rückte noch ein Stück weiter weg - und sie folgte mir! Laaaaanggestreckter Hals, das Fleisch konzentriert im Blick, immer mal grollend und nach wie vor nennenswert misstrauisch, aber sie folgte. Jubelundhüpf machten sich in meinem Herzchen breit. Ich rückte einen weiteren Schritt zurück. Sie folgte. Und noch einen. Sie folgte. Und einige weitere. Zu schnell zu viel gewollt, sie war wieder an die Bäume zurückgekehrt. Verd...! Aber weiteres Gewackel mit dem Fleischstück und zwei Mal tief durchatmen und mich selbst zur Ruhe zwingen, und sie kam wieder näher. Und folgte mir dann durch den Garten und bis zum Gehege. Das Stück Fleisch flog durch die Tür, Madame flitzte hinterher, Tür zu, ERLEICHTERUNG!!! 

Eilends sauste ich noch um das Gehege und verschloss die Grabung mit ein paar Betonsteinen. Währenddessen war die Plüschmadame damit beschäftigt, ihr Fleisch zu vertilgen. 
Als ich ins Gehege kam, sauste sie aber sofort zur Grabungsstelle - doof ist sie nicht. Und was knurrte sie heftig, als ich mich ihr näherte ... Aber eine demütig dargereichte Gabe von warmem Hähnchenfleisch stimmte sie milde, und sie nahm mir das Stück (und alle weiteren) vorsichtig aus der Hand. Später kam sie von sich aus ins Haus - Tschakka! -, denn die Klappen waren schon alle auf Hausarrest gestellt. Und eben gerade kam sie zum Schreibtisch, lehnte sich kurz an meine Beine, machte „Mrrrr?“ und legte sich wieder auf dem Sofa nieder. 

Fazit: Meine Madame vertraut mir dann eben doch sehr tief *groooßes, groooooooßes Glücksgefühl*

Morgen kommen zwei Tonnen Grobkies, mit denen ich erst mal weiteres Ausgraben verhindern kann. Richtige Randsteinkanten verlegen wir dann, sobald wir sie haben. Der R. wird mir helfen, morgen besprechen wir, wie wir die Geschichte jetzt so sichern, dass bis auf Weiteres nichts mehr passieren kann. 
Die Katzen haben nun erst mal "Hausarrest", was sie alle eher minderspaßig finden, aber da müssense jetzt durch. Noch so ne Jagd muss ich nicht noch mal haben. 
Sternchen liegt unterdessen bereits pennend auf meinem Sofa. Die ist genauso k.o. wie ich auch :) 

Aber Wahnsinn, wie sehr einen so heftiger emotionaler Stress schafft! Ich bin schlagkaputt, so, als hätte ich eine knüppelharte MTB-Runde in den Bergen hinter mir. Alt werd ich heute nicht mehr! Gegessen hab ich grade ne Kleinigkeit, und heute werd ich mir nen Whiskey gönnen, und dann fall ich ins Bett. 

Ich bin mir absolut nicht mit mir selbst einig, ob diese komplette Nummer nun als GAU, passend zu 2016 gesamt, oder als Größt-Glücksfall zu werten ist. 

#704 - erste male

zum ersten mal in meinem erwachsenen leben habe ich gestern eine reise gebucht für mich ganz allein. ein hotelaufenthalt im januar, um die mächtig runtergerittenen batterien wieder aufzuladen.
einerseits freue ich mich drauf und finde das durchaus spannend. denn bisher bin ich immer „zu mehreren“ unterwegs gewesen. sei es mit oder zu der familie, mit/zu freunden oder mit dem partner - wirklich geplant und komplett allein gereist bin ich bisher noch nie.
das ändert sich nun.

andererseits erfreut mich der grund dafür eher weniger: seit dem brand in der firma hatten der gatte und ich keinen gemeinsamen urlaub mehr (also etwas, das zwei übernachtungen überschritten hätte). der sommer und der herbst waren viehisch anstrengend, für uns beide, ganz ohne jeden zweifel, und die pausen waren rar. (lies: es gab keine, die wirklich erholsam gewesen wären. ein paar kurzfluchten waren nett, aber in summe nicht allzu hilfreich.)
nun ist der gatte im november ne knappe woche auf „männerrunde“ zum skifahren und im januar noch einmal, etwas kürzer und mit einer anderen gruppe.
ich gönne ihm diese auszeiten von herzen, er braucht die pausen genau so dringend wie ich. aber ich bin durchaus unfroh darüber, dass es überhaupt nicht zur debatte stand, eine der beiden sessions sausen zu lassen und stattdessen mit mir zu verreisen. zumal mir grade die im januar durchaus nennenswert in die planung sch***t. es gibt nicht viele gelegenheiten im jahr, zu denen ich feiertage, monatsenden und saure-gurken-zeit nutzen kann, um mal länger als ne woche auszusetzen. um genau zu sein, gibt es genau eine, nämlich das jahresende. und wenn er dann im januar irgendwann mit seinen mannen unterwegs ist, will er wieder keine weitere pause nehmen, weil ja bekanntermaßen in der firma immer dies, das und noch was anderes hoch-wichtiges zu tun ist.

tja nu, werd ich mich also an das alleinreisen gewöhnen, es kann gut sein (=es ist recht wahrscheinlich), dass das nicht das letzte mal gewesen sein dürfte.

so ganz glücklich macht mich diese situation nicht.

2016-11-07

#703 - WMDEDGT november 16

da frau brüllen wie jeden monatsfünften wissen will, was wir am fünften so machen oder gemacht haben, kommt hier meine mal wieder völlig unspektakuläre version.

gegen neun kroch ich aus dem bett und folgte dem üblichen morgenablauf: grobe morgendliche erst"verschönerung" mit nassmachen, anziehen, augen-einbau (=kontaktlinsen) und haare bändigen, dann kaffeemaschine anwerfen und währenddessen die erste runde katzenfutter auf die gierigen genossen verteilen.
frühstück mit dem gatten, das diesmal neben dem obligaten spiegelei eine halbe dose sahne-rahm-pure-fettigkeit-schmackofatz-quark mit apfelgelee enthielt. danach lasen wir beide ein bisschen im internetz herum und dann ging es an die gartenbuddelei.

am letzten wochenende waren bereits die gehassten thujen aus dem garten raus- und diverses neues grünzeug reingekommen, dazu sollte der garten winterfest gemacht werden. also bewaffnete ich mich mit ner schaufel und der schubkarre, verteilte noch große mengen kompost auf den frischen und den alten pflanzen und schnitt hie und da trockenes gesträuch ab. dazu hörte ich element of crime und dachte an frau wortschnittchen und daran, dass das aber so was von ein element-of-crime-monat für mich ist. herrn regers melancholisch-hintersinnige texte warfen also quasi ein freundliches grau auf alles. blöderweise schloss sich das wetter der freundlichkeit nicht an: aus dem nieselregen wurde am frühen nachmittag regen. gegen halb zwei wurde der so stark, dass mir das wasser aus den haaren lief und ich abbrach, um nicht in schlammmassen zu ersaufen. ein bisschen kreppte mich das schon, denn ich wäre mit dem garten gern am sa. noch fertiggeworden.

dann aß ich mit dem gatten zusammen eine kleinigkeit und vernichtete einen weiteren liter kaffee. wegen des dreckigen stresses der letzten wochen wühlte aber noch die unruhe in mir wühlte. so was bekämpfe ich am besten mit bewegung. und so entschied ich, trotz des regens rennen zu gehen, und startete gegen halb vier. nach einer halben stunde waren mir die beine aber so schwer, dass ich aus der laufrunde eine zügige gehrunde machte (und während derselben eine gute weile am kalauer "bin ich jetzt, während der gehrunde, ein gehrundium?" herumdachte).
nach insgesamt anderthalb stunden und bei einbrechender dunkelheit war ich wieder daheim, hielt mich eine weile unter die heiße dusche und begann dann mit den restaurierungsarbeiten für die abendliche einladung.
der gatte fuhr währenddessen los, das geburtstagsgeschenk zu holen.
kurz nach sieben gingen wir zu nachbars, wo wir zur geburtstagsfeier eingeladen waren. wir saßen in einer sehr netten runde, aßen gut und die, die tranken, tranken auch gut, und unterhielten uns ganz prächtig. gegen elf begann aber mein bauch zu rumoren, und so brachen wir gegen halb zwölf auf.

kurz nach zwölf lag ich im warmen bett.

2016-11-03

#702 - es hakt

wir erinnern uns: der gatte hat sich jüngst beimmountainbiken die lange daumenstreckersehne rechts abgerissen. zu langsam über eine schwierige stelle gefahren, umgekippt, *aua*. nun ist nicht nur die sehne gerissen, sondern sie hat auch gleich ein stück vom daumengrundgelenk mitgenommen. genau, von DEM grundgelenk, das man praktísch dauernd braucht und in dem eine arthrose so richtig ganz sicher etwas ist, das man DEFINITIV nicht möchte.

anfangs meinte mein bestester, die verletzung würde schon alleine abheilen, damit müsse er nicht zum arzt, und er habe gerade SOOOO viel zu tun. nach wüsten drohungen meinerseits* ist er immerhin damit doch zum arzt gegangen. 
*und vielleicht auch, weil sich ein gigantisches hämatom bis hoch zum daumennagel und in der handfläche entwickelt hatte, die hand dick geschwollen war und es dann doch ein klitzewinzbisschen wehtat.

der doc teilte mit, dass  – oh wunder! – ein bisschen pusten und „heile, heile gänschen“ singen nicht ausreichen würde. er schiente den daumen und schickte den gatten zur handchirurgie, um den knochen wieder da anzuschrauben, wo er hingehört. mit dem knöchernen ausriss hat der gatte wohl glück im unglück gehabt, denn reine sehnennähte sollen nicht ganz so super halten (vor allem, wenn man so einen empfehlungsresistenten patienten hat wie mein gatte leider einer ist). und so wäre er deutlich weniger lange mit daumenproblemen „gesegnet“ und müsste auch nicht zwingend mit gelenksarthrosen rechnen. so sagt der doc.

und was tut mein lieber gatte? er doktert weiter mit hausmittelchen herum. zunächst mit traumeel, weil homöopathie hilft ja immer. überraschung: nein, tut sie nicht. dann ist er auf schlangengift umgestiegen und hat dazwischen immer noch mit pferdesalbe und basensalzbädern rumgepanscht. (vielleicht hätte ich ihm noch katzenspucke empfehlen sollen. immerhin weiß man schon, dass das schnurren der katz tatsächlich verletzungen schneller heilen lässt – und das schnurr MUSS in die spucke übergegangen sein, immerhin kommt beides (ungefähr) aus dem mund von der katze.)

nun hat der gatte – möglicherweise von der schiene – heftigen allergischen ausschlag bekommen. feuerrote haut, bläschen, die sich auch ausbreiten, juckreiz, der ihn nachts weckt. aber er hat munter weiter seine latwergen draufgeschmiert, trotz meiner immer nachdrücklicher werdenden gegenrede. super, wenn die haut eh schon gereizt ist, schlangengift drauftun – auf die idee muss man auch erst mal kommen. immerhin hat er sich gegen den juckreiz endlich ein antihistamin zum draufschmieren und eins zum einnehmen geholt. half aber auch nix. aber noch mal zum doc? – erst nach fast ner woche herumgedokter, weil der juckreiz nicht mehr auszuhalten ist.

super.

und nun wundert er sich, dass das ekzem schlimm aussieht, sich ausbreitet und nicht weggeht, muss mit cortison cremen und die op morgen steht nun auch auf der kippe. das ist so eine saublöde mischung aus männerhärte („das wird von alleine wieder“), omamittelchen („umschlag aus iltisnasenhaaren und kuhfladen nach originalrezept aus dem hundertjährigen krieg“), homöopathieglauben (bei einem knochenbruch ... *kopf>tisch*) und dann-doch-wehleidiger-männerkrankheit ...! und dann spielt er allen ernstes mit dem gedanken, die op (so sie denn tatsächlich verschoben werden muss) erst nach seinem ski(!!)urlaub machen zu lassen, also ende november. also wenn bis dahin nix verkalkt und ossifiziert ist, das nicht verkalken und ossifizieren sollte, dann fress ich nen besen ... zwei beschädigte gelenke (alte verletzungen aus dem leistungssport, knie und ellenbogen) reichen ja nicht, denn aller guten dinge sind ja bekanntermaßen drei. *kopf>tisch*

ich ärgere mich so dermaßen über diese beratungsresistenz …! es ist ja okay, wenn er mir nicht glaubt – ich bin ja auch kein mediziner, meine im prinzip nur herum und meine medizinische erfahrung ist rein anekdotisch. aber. ich habe mehrere mediziner mit richtig, richtig viel erfahrung in der familie. und die teilen ihre erfahrungen gern. mal ganz abgesehen davon, dass ihm sicher auch der behandelnde arzt die eine oder andere empfehlung mitgegeben haben dürfte.

wegen des stresses im büro nimmt er derzeit seine chef-attitüde mit heim, sodass es in der beziehung allgemein grade merklich hakt und ich auch nur schlecht mit ihm reden kann. gnah! genau was man so braucht.

2016-10-26

#701 - das hab ich nun davon.

am so habe ich den gatten angezählt, weil es für mich nicht hilfreich ist, wenn er benutztes geschirr zwar in die küche bringt, es dann aber nur auf dem spüler abstellt. mein o-ton: da kann er es auch auf dem tisch stehen lassen, das hilft mir genauso viel.

und was passiert? heute früh ließ er alles auf dem tisch stehen und liegen.

gnarf!

was lernen wir daraus? - formuliere deine forderungen präzise.

*halb grinsend, halb maulend ans werk*

2016-10-25

#700 - mal wieder auf der letzten rille

das schöne we hat mir deutlich vor augen geführt, wie runter meine akkus sind. ich bin dicht dran am roten bereich und hoffe, dass ich eine auszeit eingebaut bekomme, ehe mir dinge um die ohren fliegen.

in der gattenfirma tobt der wahnsinn, dass es kaum auszuhalten ist. ich bewundere seine fähigkeit des durchhaltens, bestaune sie argwöhnisch, da ich einen großen bruch und rutsch und knall ... nun ja, doch, erwarte. und bekomme selbst bewunderung für meine kraft, die sich von innen gar nicht nach kraft anfühlt. nur nach „weiter, arsch hoch, weiter, weiter, es muss doch, und aufgeben güldet nicht“. und es ist soooo anstrengend. so irre anstrengend.

ob es in dem zusammenhang so schlau war, einige größere pflanzen für den garten zu bestellen, weiß ich nicht. (besser gesagt, ich befürchte oder vermute, dass es das eher nicht war.) körperlich anstrengende dinge, die auf diversen „vorher muss noch“s beruhen, könnten sich durchaus aus böse fußangel entpuppen. oder als unerwartete kraftquelle.
ich tue das, was ich in solchen situationen immer tue: hoping for the best but expecting the worst.

hilft ja nüscht, muss ja.

and so back to work.

edit: nein, die pflanzenbestellung war keine gute idee.
der gatte hat sich nämlich am so. bei nem fahrradsturz eine daumensehne abgerissen und ist damit raus bei allem, was mit zwei händen und belastung zu tun hat. blöderweise müssen mehrere thujen gerodet werden, ehe ich meine neuen bäume pflanzen kann.
und der gärtner liefert noch in dieser woche, schätzungsweise spätestens übermorgen. ich hatte gehofft, dass das eher gegen ende der kommenden woche oder in der woche drauf passieren würde ...

well, that escalated quickly.

2016-10-20

#699 - schwein gehabt!

nach der schulung beim auftraggeber in alzenau und anschließender tigerbesichtigung bin ich gestern kurz vor mitternacht in den heimischen gefilden eingeritten. das tigergucken war klasse, wenn auch mit hindernissen - die betreiber hatten meine buchung (aus mir unverständlichen gründen) nur mit fragezeichen aufgenommen. (wobei ich mich frage, was ich tun muss, wenn "bitte verbindlich buchen, kann ich gleich was anzahlen?" als ansage nicht reicht. *seufz*)

aber frau h. hat sich dann trotzdem aus der küche losgeeist - und da herr s. was am gehege reparieren musste und also nur ein tiger draußen im gehege war, durften wir (=kollege a. und ich) mit in den "tigerstall" hinein und uns die groooooßen katzen dort ansehen. es ist schon sehr beeindruckend, in kürzester entfernung vor mehreren ausgewachsenen tigern zu stehen! und ein "tigrischer schlafhaufen" (=mehrere aneinandergekuschelte tiger (!!) beim dösen) ist schon ein sehr besonderer anblick :D
anschließend haben wir in der gaststätte noch was gegessen, einen cache für den a. mitgenommen und sind dann gen heimat aufgebrochen. das essen war durch und durch gutbürgerlich, lecker und reichlich :)
ich fand, es hat sich trotz der widrigkeiten gelohnt.

auf dem heimweg hatten wir noch zwei mal schier unverschämtes glück: zum einen haben wir den stau nach einer vollsperrung just eben nicht mehr mitgenommen. er hatte sich komplett aufgelöst, als wir am ort des geschehens ankamen. eine umleitung (über "posemuckel und rom") hätte anderthalb stunden länger gedauert.

und dann hat ein lkw buchstäblich neben uns ladung verloren, eine lange stahlstange oder so was. das war ein erheblicher schreck!! aber wir sind heil vorbei- und durchgekommen. ich hatte "nur" gesehen, dass vor uns mehrere autos scharf bremsten, warnblinkten und lichthupe gaben. bin ganz nach links ausgewichen und habe nur gesehen, dass ein kleintransporter irgendwelche seltsamen "figuggchen" hinter einem lkw machte, blinkte, auf den standstreifen fuhr, in die ausfahrt fuhr und wieder auf die autobahn zurück, und die ganze zeit lichthupte und warnblinkte.
der a. konnte beim vorbeifahren erkennen, dass die drumherumfahrenden den lkw darauf aufmerksam zu machen versuchten, dass ihm eine meterlange, dicke stange oder so was von der ladefläche hing. wir sind zum glück sicher vorbeigekommen. aber hinter uns kam dann nur noch ein einziges lichterpaar, dann war und blieb es finster. heißt, ich gehe ganz stark davon aus, dass die stange runtergefallen ist und zumindest teile der fahrbahn blockiert hat.
alter schwede. da war mir ordentlich mulmig!

kurz vor mitternacht weckte ich mit meiner ankunft den im sessel schlafenden gatten, erzählte ihm noch die kurzform der ereignisse und fiel dann ohne umwege ins bett.


leider bin ich nach dem ritt heute völlig im eimer. hundemüde ist noch geprahlt. 

2016-10-12

#698 - rant

mal wieder schwappte ein gejammer in meine teimlein, dass radfahrer so wahnsinnig gefährlich leben und dauuuuuernd von den pööhsenpööhsen, unachtsamen lkw-fahrern überfahren werden. das regte mich tierisch auf.

(die o.g. aussage war schlicht der letzte tropfen in einem verdammt vollen fass, das ich jetzt mal dringend leeren muss, weil ich sonst platze.)

ich bin selber radfahrer und fluche oft genug über die lieben mitmenschen, die grade auf der straße verdammt oft das recht des stärkeren propagieren.
aber ich bin mir als radlreitende auch der tatsache bewusst, dass ich a) ne wahnsinnig schmale silhouette habe (und oft genug auch noch dunkel gekleidet bin), die schon für einen autofahrer nicht immer gut wahrnehmbar ist, b) mich relativ schnell und durchaus auch auf stellen bewege, bei denen der mit-verkehr nicht zwingend damit rechnet, dass da ein rollender verkehrsteilnehmer ist. und c) sollte es auch den kleineren hirnen unter uns verkehrsteilnehmern auffallen, dass so ein lkw oder bus GIGANTISCHE tote winkel hat. wenn ich also auf dem radweg rechts neben einem vierzigtonner fahre, an der ampel an die haltelinie ranfahre und also direkt neben dem fahrerhaus des lkws stehe, dann bin ich für das fahrpersonal nicht vorhanden. wenn ich nun bei grün losfahre, weil ich ja vorfahrt vor dem lkw habe, dann bin ich schlicht lebensmüde.

nur mal so als veranschaulichung, was so ein lkw fahrender mensch in zwoeinhalb metern höhe aus seinem kaffternettl sieht und – vor allem! – NICHT sieht:
das hier ...
und das hier.
mein aktueller test ist die frage: kann ich die fahrenden (also deren gesicht) sehen? dann können sie mich i.d.r. auch sehen. und mir die vorfahrt gewähren. (klappt nur so semi.) (aber ich bin (noch?) heile.)

fazit: im zweifel warte ich an ner ampel lieber hinter dem lkw. nervt oft, aber wenn es mein leben rettet ...

und ps: ähnliches gilt für suv und pickups.

#697 - ah-ha!

offenbar kenn ich mich und mein arbeitstempo in der küche mittlerweile wirklich gut. gestern abend wurde die marinade für die rinderpopos vorbereitet und letztere in ersterer  und anschließend in heißwasser bzw. kühlschrank versenkt. (zwei fleischteile in die sous-vide-beutel hineinmanövrieren, mit marinade auffüllen, einschweißen. einen beutel in den sous-vide-garer packen, den anderen in den kühlschrank. danach aufräumen und küche putzen.)
das alles dauerte ziemlich genau die veranschlagten 2,5 stunden.

was ich aber nicht beplant hatte: dass um 4 des gatten bester freund inkl. frau vor der tür standen. da ich die beiden sehr, sehr gern mag, hab ich sie mit kaffee versorgt und umpuschelt und nicht am rind gebastelt.

fazit: trotz geiler planung bis mitternacht in der küche gestanden und heute TODmüde.

und nun gähnend ans werk.

2016-10-10

#696 - wenn eine eine reise tut, dann kann sie was erzählen

das lange we war für den gatten und mich toTAL unterhaltsam und wir hatten eine menge spaß: wir waren in tschechien zum mtb-fahren auf dem klínovec (quasi gegenüber von oberwiesenthal). und das war echt ein erlebnis der besonderen art.

ich wollte gern ein bisschen umpuschelung für die 4 tage, also suchte der gatte ein hotel mit 4 sternen raus und ich buchte, ohne mir das genauer anzusehen. dass das hotel „radium palace“ machte mich erst im zweiten moment stutzig. mit dem radium hat es aber durchaus etwas auf sich.

das hotel ist nämlich ein grandioser hotelbau von 1906, aus einer zeit, in der just die radioaktivität entdeckt wurde (auch noch in der unmittelbaren nachbarschaft!). und wie das mit neuen entdeckungen gern mal so ist, werden sie erst mal als allheilmittel für ungefähr alles gepriesen. so entstand also ein prachtvoller bau mit über 100 zimmern, um die damals betuchte gesellschaft von ihren zipperlein zu befreien. mittlerweile ist die radontherapie nicht mehr ganz so umjubelt, soll aber trotzdem gegen diverse gebrechen vorwiegend des bewegungsapparates helfen. und so wurde das hotel aufwendig restauriert und man kann dort auch heute noch radonbäder nehmen. allem anschein nach wird das wohl nicht nur von selbstzahlern, sondern auch von kassenpatienten genutzt.

das hotel ist jugendstil. ziemlich rasserein, soweit ich das beurteilen kann, mit prächtigen sälen, stuck an den hohen decken, parkett, marmor (echtem!), groooßen kaminen und kristallleuchtern. die zimmer sind teuer, wenngleich nicht geschmackssicher eingerichtet (heißt, die möbel sind aus massivholz und hervorragend handwerklich verarbeitet, aber optisch nullachtfuffzehn und deutlich zu spillerig für so einen edelkasten. da hätte was wuchtigeres, deutlich gemütlicheres reingemusst). auch das licht lässt mmn einiges zu wünschen übrig: es ist überall sehr hell und null gemütlich beleuchtet. das passt wenig zum hotel, indessen gut zu den gästen.

die nämlich entsprachen dem sanatoriumscharakter des hotels: nur alte leute. ohne quatsch: der absolute silberlockenalarm. wir haben den altersschnitt sicher um 20 jahre verrissen! außer uns waren noch 2 paare unter 50 im hotel, das recht gut belegt war (wie gesagt, ca. 100 zimmer). wir waren umgeben von gebeugten und lahmen greisen.

dazu kommt eine zweiteilung in (kassen)patienten und selbstzahler auch beim essen. für die kassenpatienten oder die mit kleinerer brieftasche gibt es die mahlzeiten in büffetform, mittags und abends jeweils ergänzt durch hauptgänge aus der großküche. optisch: jugendherberge. geschmacklich okay, aber ... nicht das, was ich in nem 4-sterne-laden erwarte.
das haben wir am sa.-abend getestet. auch das personal war … nun, genau so, wie ich es in einem sanatorium mit großküche erwarte. uninteressiert, eher muffig und grundsätzlich im stile von „bitte nerven Sie nicht mit Ihren sonderwünschen“.

nach dem erlebnis hatten wir keine lust auf nachschlag aus der büffet-richtung und beschlossen, am so.-und mo.-abend die à-la-carte-version zu testen. da wiederum hat die küche gezeigt, dass sie es dem ambiente entsprechend doch draufhat. sogar mit einem fähigen pâtissier.

auch mit dem biken hatten wir nicht soooo viel erfolg: die trails am klinovec sind so, dass man nur rollen lässt. reichlich 10 km. da komm ich unten mit schlackernden knien vor erschöpfung und druchgefroren an, wirst ja nicht warm, weil es nix zum hochstrampeln gibt. also bin ich am sa. nur eine kleine runde gefahren.

am so. sind wir getourt, da war aber das wetter schon weniger schön. die runde selbst hat echt spaß gemacht, und wir waren abends ziemlich k.o. aber zufrieden wieder im hotel. am mo. dann war es aufm berg so bitterkalt, regnete und stürmte, dass wir nach 2 stunden abgebrochen ahben. den hintern abfrieren wollten wir uns nun nicht.

jáchymov war insgesamt so abseitig, dass wir uns nicht geärgert, sondern überwiegend kaputtgelacht haben.
im eigenen bett pennen war klasse! :) und am die. sind wir im zoo gewesen, das hatten wir schon jahrelang (ungelogen!) auf der liste, und danach noch ne runde in der stadt. war schön! seit mittwoch ist nun wieder business as usual :)


#695 - zwei updates zum kopfschüttel-eintrag

was bisher geschah: 


#694 - der gatte will zu seinem geburtstag von mir verfertigtes totes tier auf den grill werfen – und das gibt planungsschwierigkeiten.

update 1

es kommt noch bedeutend besser: ich bekomme morgen wahrscheinlich ein tiefgefrorenes wildschwein. der wildschweinbesorger ist nämlich jäger und hätte ein nicht-tiefgefrorenes schwein erlegen müssen. das ist bereits seit dem ende der letzten woche geplant und hat nicht funktioniert.
an dieser stelle bin ich raus. ein tiefgefrorenes vieh von ca. 60 kilo am mi.-früh bekommen, auftauen, zerteilen, marinieren und sous-vide-garen bis freitag? nee, jungs. bei aller liebe: so funktioniert das nicht.

update 2

beim heutigen mittagessen habe ich dem gatten gesagt, dass das mit seiner zeitplanung so nix wird und ich raus bin. er hat bereits selbst gesehen, dass mir seine planung argen stress verursacht, was mich heftig schafft. nun haben wir beratschlagt, wie wir jetzt verfahren. ich habe ihm (mal wieder) erklärt, welchen zeitrahmen ich mit dem vorhandenen equipment brauche, nämlich rund 48 stunden garzeit für 20 kilo fleisch. dann haben wir sofort nachgesehen, ob wir was passendes im frost haben (nein).
fazit: wir reisen heute abend noch mal zur metro, besorgen dort ein passendes fleisch passender größe, nicht tiefgefroren, und ich kann entspannt in den kommenden tagen die marinade bauen, das vieh einvakuumieren und die teile schwimmen schicken.

HURRA!!

2016-10-07

#694 - großes kopfschütteln

in wenigen tagen hat der gatte geburtstag. da es kein runder ist, will er keinen so großen herrmann machen. nur in der firma einen ausgeben und dort auch abends mit ein paar freunden zusammensitzen. nix großes halt.

da er neulich von einem von mir vor- und zubereiteten stück "totes tier in marinade" so komplett begeistert war, habe ich ihm angeboten, etwas sehr ähnliches für seine feier auch zu machen. mein plan war:

t minus 3 tage, abends nach der arbeit: 

  • etwa 20 kilo fleisch in empfang nehmen
  • marinade vorbereiten
  • fleisch passend portionieren (à 4 bis 5 kilo) 
  • einvakuumieren
  • vor dem schlafengehen das erste stück fleisch in den sous-vide-garer werfen (ich brauche etwa 10 stunden pro stück)

t minus 2 tage: 

  • morgens vor der arbeit das zweite stück fleisch in den garer werfen
  • vor dem schlafengehen das dritte stück fleisch in den garer werfen

t minus 1 tag, während der arbeit

  • morgens vor der arbeit das vierte stück fleisch in den garer werfen
  • vor dem schlafengehen das fünfte stück fleisch in den garer werfen

tag t: 

  • morgens vor der arbeit das letzte stück fleisch in den garer werfen, falls nötig und vorhanden
  • früher abend: fertig gegartes fleisch auf den grill werfen.

das ließ sich alles halbwegs bequem mit meiner arbeitsplanung koordinieren.

gestern nun teilte mir mein lieber gatte nebenbei mit, dass ich nicht vorbereitete fleischstücke küchenfertig bereitgestellt bekomme. nein. ich bekomme ein ganzes wildschwein. immerhin bereits abgezogen und ausgenommen.
kein witz.
ich wusste nicht, ob ich mich kaputtlachen oder ihn verhauen sollte.


ich bekomme also an einem noch nicht spezifizierten (!!) tag ein komplettes schwein. das werde ich an einem nachmittag t minus x zerlegen, die für gulasch und suppe benötigten teile an meinen chef de partie (=die schwiegermutter) weitergeben, die marinade vorbereiten und meine fleischbrocken einvakuumieren. in den folgenden tagen (??) werden die brocken dann nach und nach vorgegart - und am tag t bemanne (befraue?) ich den grill in der firma, um die vorgegarten teile wie geplant aufzuknuspern und an die hungrige meute weiterzureichen.  

nur dass mir die schweinschneiderei günstigstenfalls einen halben tag klaut (wenn ich hilfe beim messerschärfen und säge-schwingen bekomme), den ich so nicht eingeplant habe. (grade hat mir nämlich die terminologiechefin 20 stunden monatlich mehr gegeben, die ich irgendwie unterkriegen muss.) 

ich bin ja gespannt, wie sich das zeitlich ausgeht. 

frage an die mitleser: womit soll ich den kerl verhauen? 
  • mit einer poolnudel
  • mit einer wildschweinkeule
  • mit der suppenkelle
und nun ans werk.

2016-10-06

#693 - wmdedgt, oktoberversion

diesmal hat frau brüllen sogar auf twitter dran erinnert, dass sie heute wieder wissen möchte, was wir so den ganzen tag treiben. kann ich mich also nicht mit „hab's vergessen“ rausreden :)

nun denn, los geht's. ein völlig unspannender tag.

kurz nach sieben klingelt des liebsten telefon, irgendwas firmenbezogenes (was sonst ... :/) und wohl auch relativ wichtig, er telefoniert kurz und legt sich noch mal hin. mein wecker meldet sich planmäßig halb acht, der liebste steht auf. ich drücke noch mal auf snooze. kurz vor dem zweiten weckruf kurz vor acht krabbele auch ich aus dem warmen bett. morgentoilette, anziehen, das übliche halt.

der liebste ist schon wieder aus der firma zurück und sitzt lesend im wozi. er hat die schnellstartbatterie kaffeemaschine bereits angeworfen und sich einen kaffee gezapft. ich bekomme auch einen und greine innerlich über den saustall in der küche – ich gehe davon aus, dass dessen behebung wieder meine „ehrenvolle aufgabe“ sein dürfte. dann bekommen die kleinen plüschmützen die erste ladung küken und madame eine taube. danach befreie ich den herd von katzentapsen und werfe unsere spiegeleier in die pfannen. währenddessen füttert der liebste die zweite runde.

nach dem frühstück bekomme ich meinen zweiten kaffee und wir bleiben noch einen moment sitzen und lesen. ich die crime, die bei der gestrigen city-runde mit musste, der gatte wieder irgendwas mountainbikiges (wie nahezu immer).
dann bricht er ins büro auf, erwartungsgemäß ohne weitere handschläge in der küche. ich beginne seufzend damit, die küche in einen für mich erträglichen zustand zu versetzen. spüler leeren, flächen abwischen, geschirr verräumen, neue wisch- und handtücher hinhängen und die schmutzigen ins waschhaus mit hochnehmen.
dass die küche nach unserer abwesenheit so aussehen würde, war mir klar: die kleinen feliden fressen bevorzugt auf erhöhten flächen. das gibt weniger zusammenstöße mit madame: die klaut nämlich den kleinen gern mal die küken, wenn sie findet, dass sie noch SOOOO VIIIIIEL hunger hat. das mag ich den kleinen plüschs auch nicht verbieten. sauberhalteversuche der flächen mittels wachstuch und ähnlicher schnickedenzien scheiterten bereits: die katzen schaffen es regelmäßig, ihre kleckernden mahlzeiten eben doch genau auf die ritzen zwischen einzelnen abdeckungen zu legen, oder – bedeutend unangenehmer – futterreste unter die abdeckungen zu schieben. bäääh! also beiße ich in den sauren apfel und putze ihnen halt hinterher. industrie-desinfektionsreiniger sei dank ist das auch keine schwere schrubberei. aber ich bin die einzige, die es macht. *grrr*

danach koche ich mir meine xxl-kanne tee und gehe ins büro. dort sitzt bereits madame und wünscht ein bisschen bespielt zu werden. das gestern im zoo neu gekaufte plüsch-ozelot wird sofort angegriffen. ich teste noch ein bisschen damit herum und beschließe nach ihren reaktionen, dass sie das zum spielen nicht bekommt - sie reagiert ganz deutlich wie auf eine katze, und am plüschobjekt trainierte angriffe auf die lebenden kleinfeliden möchte ich nun definitiv nicht haben.

anschließend geht es an den rechner zum brötchenverdienen. das heutige thema sind „nudelreste“ (einige noch ausstehende einträge einer terminologieliste einer maschine zur pastaherstellung) und „sauberkeit vs. kontamination“. letzteres ist garstiger als erwartet. verschmutzung, kontamination, schmutz und verunreinigung müssen klar voneinander abgegrenzt werden. in der kürze einer definition gar nicht so einfach.

gegen halb zwei kommt der liebste zum mittag heim, ich nasche ein kleines käslein mit feigensenf und trinke einen kaffee dazu. danach geht es weiter mit den terminologischen taten (schleppend, leider).
in den denkpausen bespiele ich madame, die heute besonders anschmiegsam ist und sich mehrmals hintereinander ohne protest auf den arm nehmen lässt - ein novum. ich freue mich.
während der arbeit stelle ich fest, wie kalt es geworden ist - ich muss mir meine stulpen arme und beine anziehen und fröstele immer noch. bäh! den kamin anzufeuern habe ich keine richtige lust, zum holzholen müsste ich raus in den nieselregen. und danach den schweren korb schleppen. och nöö. morgen.

kurz nach halb sieben lasse ich den stift die tastatur fallen und gehe nach unten in die küche. ich suche mir die zutaten für die sous-vide zu garenden beinscheiben zusammen und fange an, das grünzeug zu putzen. der gatte kommt auch heim und will die nase sofort wieder in irgendwas bike-bezogenem vergraben. da ich ausgesprochen knurrig bin (kalt UND hungrig - HAAAANGRY!!) muss ich ihn murrend anzählen. er grinst (immerhin kennt er sein weib nun lange genug, um sich solcherlei knuckerigkeiten nicht zu herzen zu nehmen.) zusätzlich fällt mir aber auf, dass das vakuumiergerät nicht bei uns steht und ich meine sous-vide-vorbereitungen abbrechen muss. das bessert meine laune nicht. ich bereite den heilbutt für den grill vor, er geht raus, den grill vorbereiten. ich füttere währenddessen die erste runde und beschmuse die kleinen feliden.
später essen wir den hervorragenden heilbutt und schließen das abendbrot mit einer auf den punkt gereiften mango ab.
anschließend lese ich noch ein bisschen und versuche, die allgemeine frösteligkeit und unzufriedenheit mit einem kleinen klecks ben&jerry's zu vertreiben. aber das hilft auch nicht, also gehe ich gegen zehn ins bett.

2016-09-30

#692 - verstehe ich nicht

gestern sind im leipziger zoo zwei löwen aus ihrem gehege abgehauen. beim versuch des wiedereinfangens wirkte bei dem einen die narkose nicht und er wurde erschossen.
erstens: warum passiert so was? die tä müssten doch auf dem radar haben, dass ein sehr aufgeregtes tier evtl ne deutlich größere dosis braucht ...
zweitens, was ich auch nicht verstehe: warum wird nicht zunächst mal mit nachdruck nachdosiert? ggf. mit einem anderen/stärkeren narkotikum? es kann nix schlimmeres passieren als dass es den löwen schließlich auch umbringt. warum versucht man das nicht wenigstens mal?

ja, ein argument ist immer die sicherheit der anwesenden menschen. aber ey, so'n katz ist außerhalb des geheges erst mal total durch den wind, der will in den meisten fällen nur heim  ...

disclaimer: ich war nicht dabei, habe exakt null erfahrung mit großkatzen und bin kein tierarzt. ich meine also nur so rum, hier, wo ich stehe, weil ich katzen liebe und es einfach gruselig finde, dass der arme kerl jetzt tot ist. ja, das passiert, ich weiß, ich weiß.

schade ist es trotzdem.

2016-09-29

#691 - hrgn!

manchmal stellt man sich ja auch selbst ein bein.

vorgestern und gestern mopperte ich ja lautstark über mein extrem lahmendes internetz. 2 Mbps downstream, 3kbps upstream. remote-arbeiten unmöglich.
nix wollte helfen, weder neustart des rechners noch des routers noch des access points (oder wie auch immer die kleine schwarze kiste heißt, in die das kabel von draußen mündet). auch längliches fluchen und anruf bei der service-hotline brachten keine abhilfe.

vorgestern warf ich nach knapp 3 stunden entnervt das handtuch. gestern flüchtete ich in die firma des gatten, in der das netz zügig wie immer war. (war auch nur so semierfolgreich, dort lauern halt diverse andere ablenkungen in form gesprächsbedürftiger kolleg:innen.)

abends war das heimische netz wieder flink wie immer.

die ursachenforschung ergab: die dropbox war der übeltäter. ich hatte am die.-morgen eine größere menge daten dort hineinverschoben - und die aktualisierten sich nun und blockierten mir die gesamte bandbreite.

tolle wurst.

heute nun hat die bugwelle epische maße angenommen und ich hab keine chance, das vor dem we noch aufzuholen. entsprechend rabenschwarz sieht meine motivation aus. gnah!

murrend bäck tu wöök.

2016-09-28

#690 - wöök

gestern, telefonat mit der chefin (=projektleiterin meines terminologiejobs).

sieso: ich muss mal mit dir reden, wegen deiner stunden.
ichso: ...
*atme tief* denke: *oh weh, nun wird sie mir die stunden kürzen, weil ich ja soooo langsam bin*
ichso: ja, schieß los.
sieso: könntest du 20 stunden mehr pro monat übernehmen?
ichso: *kopf>tisch* :D
ichso: ja, klar, gern!
...

mal sehen, was es noch braucht, damit auch mein jammerbauch mal kapiert, was das hirn schon länger weiß, nämlich, dass ich gut in meinem job bin (und kein rauswurfkandidat).
ich bin ziemlich sicher tatsächlich nicht die schnellste im team. aber ich mache einen guten job – und so lange ich wegen der schnelligkeit kein negatives feedback bekomme, so lange darf der jammerbauch auch mal bitte die klappe halten.

2016-09-23

#689 - katerupdate

gestern musste mein mürmikatz noch mal zum doc, um auch augenerkrankungen (glaukom etc.) ausschließen zu lassen. dazu musste er schlafen gelegt werden, und das erwies sich überraschenderweise als gar nicht so einfach.
das sedativum wirkte schlicht überhaupt nicht. (so was kommt vor, wenn die tiere sehr aufgeregt sind.) es wurde nachdosiert, wieder ohne nennenswerten erfolg. auch das narkotikum tat seine wirkung nicht und musste um ein anderes, nicht antagonisierbares medikament ergänzt werden. in summe hat simmi also eine gewaltige pferdeportion narkotika und sedativa bekommen.

die augenuntersuchungen verliefen ohne befund, das ist erfreulich.

aber der katz war ja nun bis unter die schädeldecke zugedröhnt. so war er erstens erst stunden später als angenommen und zweitens zwar körperlich wieder „wach“, stand aber noch kilometerweit neben sich. er drehte runde um runde in seiner transportbox, dabei immer mal wieder um- oder gegen die kistenwand kippend. mit pupillen groß wie suppentassen und glasigem blick, unfokussiert, schien es mir.

runde um runde um runde um runde. sstunde um stunde um stunde. normalerweise legt er sich wenigstens hin, wenn es ihm körperlich nicht gut geht. nicht so diesmal.
runde um runde um runde um runde.
lautlos.
ich stellte ihn zunächst im gästezimmer ab, in der hoffnung, dass er sich dort beruhigen und die restnarkose ausschlafen würde, sodass ich ihn nachts wieder in die häusliche freiheit entlassen könnte.

keine chance.

nachdem er immer noch rolläugig seine runden in der box drehte, setzte ich ihn nur in die große transportbox um. die immerhin kam jetzt ins wohnzimmer, damit er nicht ganz allein und vor allem etwas wärmer stünde. die anderen kleinfeliden versammelten sich auch subito um den angeschlagenen chef. es sah für mich sehr so aus wie krankenbesuch und seelisch-moralische unterstützung. alle ruhten auch im wozi in der nähe der box, als ich heute früh nachschauen kam.

heute früh nun ist mein katzkerl immer noch deutlich benommen. er bewegt sich zwar wieder koordinierter, ist aber von der üblichen unangestrengten eleganz noch meilenweit entfernt. auch hat er immer noch riiiiiesige pupillen. hungrig ist er kaum, ein einziges küken hat er mir abgenommen ... ich hab ihn wieder aus der box rausgelassen, bin aber mit der situation noch sehr unentspannt.

mein armer kater!! ich hoffe, dass er heute im lauf des tages die sedativbomben endlich abbauen kann und wieder er selbst wird.

armes vieh ...

2016-09-20

#688 - (beinahe?-)katz-tastrophe

das we an sich war richtig schön. anstrengend zwar, aber die hochzeitsfeier der trainerfreundin war ein grandioses erlebnis, und so was darf schon mal auch für die gäste anstrengend sein.

aber.

so.-abend, wir sind mit dem abendbrot fertig und schon halb auf dem weg ins bett. ich will „noch eben“ die katzen füttern und rufe den futterlockruf. mein mürmikatz simba sitzt oben auf der treppe, wendet sich mir zu, eher lustlos, und sieht mir ins gesicht. und mir bleibt das herz stehen. ich sehe in eine ganz weite und eine ganz enge pupille. anisokorie, sagt der fachmann. (und ja, der unterschied war etwa so krass wie auf dem foto.) die gründe für eine solche sind zahlreich, viele gehören mit zum schlimmsten, was mensch oder tier widerfahren kann (schlaganfall, hirntumor, horner-syndrom).
ich bin schlagartig hellwach, rufe dem gatten zu, dass wir in die tierklinik müssen, STAT!, und wähle die notrufnummer der klinik.
der kater lässt sich relativ widerstandslos greifen und in die transportbox setzen. (sehr, sehr untypisch.) er sieht mich verängstigt mit diesem david-bowie-blick an, und mir bricht das herz. die autofahrt dauert gefühlt ewig, und die wartezeit in der klinik gefühlt ebenfalls, obwohl mir später der blick auf die uhr sagen wird, dass die fahrt etwa 10 minuten gedauert hat. in der klinik sitzen wir auch nicht lange.
die ärztin untersucht den katzkerl. weitere neurologische ausfälle außer den ungleichen pupillen sind nicht festzustellen. er bewegt sich normal, die reflexe im gesicht funktionieren, sogar, wenn auch extrem eingeschränkt, der lichtreflex der enggestellten pupille. das auge ist unverletzt, soweit das mit der spaltlampe sichtbar ist. somit sind erst mal die ganz, ganz schlimmen sachen (schlaganfall, hirnblutung) relativ sicher ausgeschlossen. (zumal die anisokorie nun auch schon eine weile andauert. bei schlaganfall/hirnblutung hätten sich mittlerweile mit sehr hoher wahrscheinlichkeit zusätzliche ausfälle gezeigt.)
anschließend wird simba geröntgt. auch das erscheint mir endlos.
mein katz ist völlig verängstigt. er will auf den arm und sich am liebsten in mir verkriechen. herzbruch galore.

die ärztin beendet die untersuchungen und wendet sich mir zu. akut lebensbedrohlich sei die situation nicht, sagt sie. man könne noch diverse blutuntersuchungen machen - aber es wäre durchaus medizinisch vertretbar, das am folgetag zu machen, da im notdienst alle maßnahmen das doppelte kosten. die kosten sind nicht mein primäres problem, erwidere ich, der kater ist krankenversichert. mein primäres problem ist, dass ich nicht möchte, dass mein mürmikatz stirbt, und ich möchte ihn so wenig wie möglich zusätzlich belasten.
gut, antwortet sie, sie würde für eine ausgedehntere diagnostik am folgetag optieren, die mrt/ct, eventuell herzultraschall und blutuntersuchungen umfassen kann, je nach dem urteil des dann behandelnden arztes.
wir fahren heim und verbringen alle drei eine sehr unentspannende nacht. ich rechne durchaus damit, morgens einen gestorbenen kater vorzufinden.

am mo.-früh reisen der katzkerl und ich erneut in die klinik. diesmal ist er beim „eintüten“ in die transportkiste bedeutend näher an seinem normalen selbst und sträubt sich nachdrücklich. auch die pupillen sind wieder beide gleich und reagieren normal und zeitgleich. was mich durchaus erleichtert.
der arzt untersucht meinen frechen katzkerl nochmal sehr ausführlich, misst den blutdruck, prüft die diversen reflexe, vor allem im gesicht, und untersucht das auge auf verletzungen. alles o.b. wir besprechen, ob und was an blutuntersuchungen aktuell sinnvoll wäre (wenig) und entscheiden, dass „abwarten und den kater aufmerksam beobachten“ die devise ist.
simmi ist völlig abgeschlagen und verbringt den rest des tages schlafend, was mich nicht beruhigt. wahrscheinlich hat er die kopfschmerzen des todes. immerhin frisst er etwas – und pennt dann weiter. aber er bewegt sich auch weiterhin normal, kein torkeln, keine lahmheit, springt und motzt die anderen an. das wiederum ist beruhigend.

heute nun habe ich eine zwar deutlich längere, aber nicht wesentlich entspanntere nacht verbracht. immerhin geht es dem mürminator sichtlich besser, er ist wieder deutlich näher an seinem normalen selbst.

was es ist, weiß ich aber immer noch nicht. deswegen vereinbare ich einen termin bei unserer haus-tierärztin, die augenspezialistin ist, für eine ausführliche augenuntersuchung.

ich hoffe sehr, dass es „nur“ ein migräneanfall war (sowas können auch katzen bekommen). aber ... nun ja, “hoping for the best but expecting the worst” ...

aber immerhin lebt der katz und macht (derzeit wieder) einen ziemlich fitten eindruck. womit mal wieder der beweis erbracht wäre für die an- oder aussage „nutze die zeit, so lange du sie hast“.

seufzend back to work.

2016-09-16

#687 - zwischendrin

die letzte sommerwoche neigt sich dem ende entgegen.
ich habe jeden tag zumindest zeitweise draußen gearbeitet und das sehr genossen! auch wenn mein rechtes handgelenk und der unterarm die idee totaaal beknackt finden - die ergonomie des standrechners nebst peripherie ist halt ne völlig andere liga als die des tragbaren rechners. aber: sonne! und draußen! (und staub galore, dank ackerbearbeitung nebendran.) aber gegen den staub hat die überdachte sitzecke ganz gut geholfen, und da lärm und staub immer nur punktuell stattfanden, war es gut auszuhalten.

ab morgen sollen die temperaturen hier um 10 grad fallen, inklusive regen. hm.
einerseits: hey, es ist september, 1996 muss es um die zeit schon das erste mal geschneit haben, und der regen ist gut fürs grünzeug.
andererseits: hätte das nicht noch bis montag warten können?

gestern haben wir die galerieeröffnung von einem cousin besucht - das war sehr schön! wir haben moderne kunst von jungen künstlern angeguckt, nette gespräche geführt und hinterher richtig leckere burger und süßkartoffelpommes gegessen. und ich hab das neue kleid doch noch mal ausführen können *yay*
von den ausgestellten bildern hätte ich bitte gern das triptychon und das ganz linke an der hinteren wand, bittedanke :)

die hinterher getestete burgerlocation hat sich einen platz auf unserer liste der unbedingt wieder zu besuchenden lokale erworben. grandios leckere burger, viele nette optionen, darunter viele auch für die fleischfrei lebende population (was ich klasse finde), viel handarbeit und sehr netter service. merken.

heute nun steht die restterminologie für diese woche auf dem plan, dann ein bisschen rezeptplanung für den gattengeburtstag, zu dem rund 70 leute gefüttert werden sollen*, und einkaufen für die gäste heute abend. und aufs rad will ich auch noch mal. ma guggn, ob das klappt.

* die 70 mann muss ich nicht alle alleine bekochen. aber wir haben eine idee, die sich mit ein bisschen planung und kleinem technikeinsatz umsetzen lassen sollte - und die dann unterm strich gar nicht mehr soooo viel arbeit macht. auch hier: ma guggn.

und nun wünsch ich allseits ein schönes wochenende und verabschiede mich an die terminologie.

2016-09-12

#686 - spätsommerwochenende

So, auch dieses Wochenende ist wieder um und der Montag hat mich wieder.

Das Wochenende selbst war ... seltsam. Nachdem der Gatte mit seiner Planung mal wieder nicht um die Ecke gekommen war, wusste ich nicht, ob er nun den Enkel am Samstag holen würde oder nicht. Entsprechend mochte ich nicht darauf warten, dass er sich festlegt, und plante ohne ihn. Auf Nachfragen am Freitagabend (aber auch erst da) erfuhr ich, dass er den Enkel nicht holen würde, da er nicht sicher wusste, ob er den Samstag ganz oder in Teilen in der Firma verbringen müsste. Es stellte sich heraus: er muss nicht, hätte also folglich Zeit gehabt. (Theoretisch.)
Nun hatte ich aber bereits für den ersten Teil des Tages Restaurierungsarbeiten an meinen Krallen geplant. Die waren auch bitter nötig. Nachmittags wollte ich auf jeden Fall aufs Rad – da war es nun kein Problem, den Gatten mitzunehmen :D

Der Gatte kümmerte sich während meiner Restaurierungsarbeiten um diverse Einkäufe und fuhr dann doch auch nochmal in die Firma. Kurz nach eins war ich fertig und konnte mich mit der Essensvorbereitung für diesen und den Folgeabend beschäftigen. Ein absolut gigantisches Riesenhähnchen (>3 kg küchenfertig!) wollte zerteilt, „gesalbt und geweicht“ (ein Teil mit Würzmischung eingestrichen, der andere in einer Malzbiermarinade eingelegt) und im Sous-vide-Garer schwimmen gelassen werden. Und so geschah es auch. Und ging überraschend fix.

Danach hätte es eigentlich aufs Rad gehen sollen. Allerdings hatte auch hier der Gatte wieder Diverses abgesprochen, ohne mir Bescheid zu sagen. (Gnah!) Und so warteten wir dann zunächst auf den A., der ein getestetes Fahrrad zurückbringen, und auf die K., die auch noch irgendwas Fahrradbezogenes wollte.

Nun empfinde ich die K. als ziemlich anstrengend und ihre Art der Kommunikation als ... nun, zumindest unklar. Sie haut irgend eine Garstigkeit aus, und wenn die Umgebung dann komisch guckt, sagt sie, haha, war nur Spaß. Ich glaube ihr das schlicht nicht — und es (und sie) geht mir auf den Zünder. Fieserweise geht sie mir dann aber stundenlang nicht aus dem Kopf, und ich denke ewig an ihrem Gesagten herum. Das nervt mich ja „fast gar nicht“ ...
Für mich hatte sie einige Kleidungsstücke mitgebracht, in die sie nach eigener Aussage nicht mehr hineinpasst. Ihre Vermutung war, dass mir das was sein könnte, da wir im selben Klamottenladen einkaufen. Obenauf lag ein Teil, bei dem sie mich sehr eindringlich darauf hinweisen musste, dass das unbedingt dringend gleich aufgehängt werden müsse, weil es sonst Falten bekäme, und halb verschwörerisch hinterhergeraunt, das sie es ja am liebsten selbst behalten würde. Erst mal fand ich dieses „im Vertrauen“-Gepose daneben. Und dann dachte ich mir, ja, wenn Du es so liebst, warum tust Du es dann nicht und behältst es einfach? Ich möchte dir nun wirklich nicht dein Kleinod vom blutenden Herzen reißen ...
In der Summe fühlte sich das Ganze für mich nach einer Mischung aus „unter uns Busenfreundinnen“  (WTF?) und dem Versuch an, das teure Fahrrad wenigstens teilweise zu refinanzieren.
Das „darf auf keinen Fall knautschen“-Kleid erwies sich als bronzefarbene Scheußlichkeit mit Rüschen, Glitzersteinen und Spitze, für die ich mindestens 20 Jahre zu jung bin. Auch der Rest ist überhaupt nicht meine Kragenweite. Zu viel Chichi, zu viel Glitzer, und ungefähr das Gegenteil von schnörkellos. Das kann ich ihr ohne jede Seelenregung entspannt wieder in die Hand drücken. Zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass wir uns über einen Preis nicht einig geworden wären.

Als der Gatte und ich dann endlich auf den Rädern saßen, war vier Uhr durch.

Ursprünglich hatten wir vor, Richtung Stadt zu fahren. Da aber Fußball, ein Straßenfest und noch irgendein Ereignis zusammentrafen, rechneten wir damit, dass „der Himmel und die Schmidten“ unterwegs sein würden, und unterließen das. Es wurde also nur die übliche Zweiseenrunde. Die war durchaus unterhaltsam und machte Spaß, allerdings hatte ich an einigen Stellen fahrerische Schwierigkeiten, an denen ich das nicht erwartet hatte.

Nach dem Zurückkommen warfen wir alsbald den Grill an und die erste Hälfte des sous-vide vorgegarten Riesenhähnchen darauf. Zusammen mit ein bisschen gekauftem Salat und ein paar Tomaten aus eigenem Anbau ein fabulöses Abendessen.

Später saßen wir noch in der lauen Abendluft und lasen das Internetz leer.

Für den Sonntag hatten wir eine Radrunde im Lieblingsrevier geplant. Schon beim Aufstehen merkte ich aber, dass ich ziemlich schwere Oberschenkel hatte und mich insgesamt nicht hundertpro auf der Höhe fühlte. Das bewahrheitete sich am Rabenberg denn auch deutlich. Ich kam die einfachsten Abfahrten nicht runter, fühlte mich lausig und war fürchterlich frustriert. Der Gatte stand dem Ganzen völlig ratlos gegenüber. Wir entschieden uns dann, die Runde nicht abzubrechen, sondern auf deutlich einfacheren Strecken weiterzufahren. Der Gatte machte immer mal Abstecher auf die Singletrails, die am Wege lagen, während ich die geschotterten Waldautobahnen herunterrollerte. So kam ich dann doch noch zu meiner Bewegung, der Gatte zu einer Menge Fahrspaß und wir beide zu einem halbwegs gelungenen Sonntag. Mit dem letzten Anstieg (400 Höhenmeter auf 4 km) kämpfte ich gewaltig. So etwas ist für mich im Normalfall schon durchaus anstrengend. Aber so im Eimer wie gestern bin ich nach 400 Höhenmetern sonst eigentlich nicht. Also ist wohl doch irgendwas im Busch, und ich werde in den nächsten Tagen sehen, um was es sich dabei handelt. Ich hoffe nur, ich werde nicht krank.

Abends hing ich durch wie ein Schluck Wasser in der Kurve und versprach mir ganz fest, gleich ins Bett zu gehen und nicht erst wieder bis Mitternacht zu trödeln. (Ha, ha. Wie das so ist mit dem Weg zur Hölle und den guten Vorsätzen.)
Die zweite Hälfte des Riesenhähnchens, die in einer Malzbiermarinade 6 Stunden im 60° heißen Wasser schwimmen durfte, wanderte dann auch auf den Grill und war eine kulinarische Offenbarung. So gut hat mir in meinem Leben noch nie ein Grillhähnchen geschmeckt. Auch der Gatte war völlig begeistert. Das werden wir auf jeden Fall wiederholen — und dem edlen Spender auch ein solchermaßen behandeltes Tierchen vorbeibringen.

Nach dem Essen saßen wir noch eine ganze Weile draußen, beobachteten unseren Gartenigel und gingen gegen zehn nach drinnen. Blöderweise machte ich den klassischen Anfängerfehler und las in meinem Roman „ein Stück“ weiter. Prompt war es dann doch wieder kurz vor zwölf, als ich das Licht ausschaltete.

Heute fühle ich mich körperlich schlapp, so richtig das, was man für den Start in eine neue Woche dringend braucht. Passend dazu finden draußen auch gleich wieder 30 °C statt. Einerseits großartig, ich liebe Sommer-Sonnenschein, andererseits garstig, denn bei den Temperaturen denkt es sich ziemlich schlecht geradeaus. Egal, ich werde das jetzt trotzdem versuchen und mich an mein terminologisches Tagewerk stürzen.

2016-09-06

#685 - WMDEDGT september, diesmal mit wasserspielen wider willen

die septemberausgabe des allseits beliebten "was machst du eigentlich den ganzen tag" von frau brüllen. alle anderen einträge finden sich hier.

nach einer endlich wieder erholsam und neben dem gatten durchgeschlafenen nacht (neun stunden, baby! yeah!) beginnt der tag damit, dass sein telefon rabimmelt und der err. was arbeitsbezogenes will. es ist dringend (aber zum glück nicht katastrophal), der gatte springt aus dem bett und startet im spurt in den montag. ich schäle mich dann auch aus der warmen liegestatt, mache morgentoilette, fädele mich in jeans und t-shirt und gehe in die küche. auf dem weg dahin streichen mir tibby und blue um die beine und verleihen ihrem GROSSEN!, GROSSEN!! miezekatzenhunger auch akustisch nachdruck.
ich werfe die kaffeemaschine an und kümmere mich um die feliden. während der kaffee durchläuft, räume ich die küche auf, pützele ein wenig und bereite unser frühstück vor. da ich gestern vergessen habe, mein eiweiß aus der tiefkühlung zu nehmen, muss ich das jetzt in warmwasser turboauftauen.
mit dem ersten kaffee des tages setze ich mich an den rechner und recherchiere ersatz für das am sonnabend kaputtgegangene aquarium.

es ist leider gar nicht so einfach, nur das schnöde glasbecken ohne licht und (groooooottenhässlichen!!) unterschrank und dings und gedöns zu finden. teuer ist es auch, und die online-lieferzeiten sind weit jenseits von gut und böse. eine woche bei den schnellen anbietern. toll.
die baumärkte in der umgebung haben zwar alle gaaaaaanz  tolle (und endlos lang dauernde) „wenn  Sie dings wünschen, drücken Sie die 1“-telefonmenüs. aber nackige aquarien ohne schnick und schnack in bezahlbar haben sie leider nicht.

in meinem stamm-zoofachgeschäft geht noch keiner ans telefon - ist halt n kleiner laden, und morgens ist noch nicht die volle mannschaft da. seh ich ein, ist meiner steigenden nervosität und „oh gott, meine armen macrobrachien!“ aber nicht zuträglich.
seufz.

der gatte kommt heim und wir frühstücken unsere standard-spiegeleier von glücklichen freilauf-hofhühnern des befreundeten bauern und dazu mehr kaffee. der dringende anruf vom morgen war ein lkw mit federbruch, der mitten auf einer straße liegengeblieben war. auch was, das man dringend braucht.

kurz nach dem frühstück erreiche ich jemanden im zookauf und bekomme zu meiner großen erleichterung mitgeteilt, dass ein nackiges 1,20-er becken vorrätig ist und reserviert werden kann.
sagte ich schon, dass mich das wahnsinnig erleichtert?

beruhigt starte ich das notebook, ausnahmsweise mal nicht den standrechner.

währenddessen spielt madame mit dem wasser in der mörtelwanne. ich habe ihr ein bällchen dort hineingeworfen, das sie jetzt auf servalmanier bejagt: sie schleicht sich an und schlägt dann blitzschnell mehrmals und sehr hart und mit krallen auf die „beute“ drauf, bis sie das bällchen so erwischt, dass sie es aus der wanne herausfischen kann. es sieht sehr spaßig aus, setzt aber die gesamte umgebung ordentlich unter wasser:


vor dem terminologischen tagwerk recherchiere ich noch, ob es einen bezahlbaren ersatz für meinen derzeitigen feedreader gibt. die fehlende suchfunktion und die unmöglichkeit, bestimmte  themen ausschließen zu können, nerven mich mittlerweile zu sehr. aber 50 glocken jährlich für ein produkt auszugeben, das ich nur so halbgut finde? - nee.
es findet sich newsblur, aber da hakt es heftig beim bezahlen. nur mit kreditkarte. was ein scheiß! mal sehen, ob man mir eine andere möglichkeit einräumen mag. ich bin ja gern bereit, für ein ordentliches programm auch zu zahlen - aber wenn man mir das unnötig schwer macht, dann halt nicht ...

anschließend geht es los mit dem terminologischen tagewerk, heutiges thema sind aufräumarbeiten im altbestand. es läuft zäh (warum, verflixt noch mal?!).

kurz vor eins kommt der gatte heim, wir essen zu mittag. ich verputze einen gut teil des restlichen spitzkohl-gemüses mit dem restlichen quark, der gatte hat brötchen-mit-was-drauf, wie fast immer. danach gibt es noch einen schnellen kaffee und dann geht es für uns beide weiter mit arbeiten.

nach dem mittag kommt zug in meine terminologie und es fängt an zu laufen. ich wühle mich durch diverseste stationen (die nur unter bestimmten umständen station heißen dürfen), bis mir zehn vor sechs die serververbindung abstürzt. just während ich noch überlege, ob ich noch mal schnell hochfahren soll, ruft der gatte an, um mir bescheid zu sagen, dass er aus der firma losfährt und mich abholt, damit wir das bestellte aquarium abholen können.

im zooladen bestaune ich erst einmal ausführlich die neue aquarienanlage. sehr modern, RIESIG groß, sehr hell und schick. nur sind die becken jetzt viel, viel kleiner. das ist ja einerseits toll: es erleichtert dem h. und seinen kollegen das sortenreine einfangen der wasserviecher deutlich, und sie können viel mehr arten ins programm nehmen und die kampffisch-kerle einzeln halten. andererseits finde ich es aber schade, denn die relativ großen becken sahen schon toll aus, der h. konnte oft genug zeigen, dass er ein händchen fürs aquascaping auch auf kleinem raum hat, und ich fand die bunter gemischten fischherden schon auch sehr, sehr schön. aber je nun, es muss für die dort arbeitenden passen, nicht so sehr für mich.
auf dem weg zur kasse begrüße ich einen der beiden ladenkater, einen bildschönen schwarzbefrackten mit überaus zierlichen weißen söckchen. der gatte holt derweil das auto, um das neue aqua einzuladen.
an der kasse steht ein pärchen mit kind vor mir, hinterm thresen ist jedoch niemand. ich höre die kassenfrau beim hunde-equipment geduldig die größen irgendwelcher dinge erklären. minutenlang. schließlich tauchen sie und die kundin hinter dem aufsteller auf und kommen gemeinsam an die kasse. dort hat die kundin auch weiterhin endlos irgendwelche dinge zu fragen und zu diskutieren. sie ist für mich kaum zu verstehen (aber ich höre auch nicht besonders aufmerksam zu), ich sehe jedoch, dass die kassierende zunehmend genervt ist, weil sie immer und immer wieder dasselbe erklären muss. und dann sehe ich mir die kundin genauer an und vergesse für einen moment das atmen. ich habe wirklich noch nie einen so dünnen, nein, klapprigen menschen noch auf seinen eigenen beinen stehen sehen. rasseldürr trifft es wohl am ehesten. sie ist etwas größer als ich, ich schätze, etwa einssiebzig, aber sie auf 35 kilo zu schätzen dürfte hoch gegriffen sein. ihr gesicht sehe ich nicht, nur die sehr akkurat gesträhnten und frisierten aschblonden haare und eine dunkelviolett-gescheckte hand, die ebenfalls nur aus pergamentener, unglaublich zerknautschter haut, sehnen und knochen besteht. miss death, denke ich mit einer mischung aus grusel und bedauern.
dann, endlich, kann auch ich bezahlen.

wir bringen das aquarium heim und tragen das alte gleich ins auto. dabei stelle ich fest, dass die platte des schrankes auch ordentlich gelitten hat. sie ist etliche cm weit gequollen. darauf kann ich das neue becken nicht abstellen. den tischler, der den schrank mal gebaut hat, erreicht der gatte nicht. also bleibt uns nichts übrig als noch mal zum baumarkt zu reisen und eine passende platte zu besorgen. eigentlich hat der gatte keine lust, noch mal loszuziehen. aber ich insistiere, denn ich kann schwer abschätzen, wie gut es den garnölen in ihrem wasserfass geht, und möchte nicht riskieren, dass ich sie jetzt zwar vorm tod durch ausgelaufenes aqua gerettet habe, sie mir dann aber in ihrem fass verrecken. seufzend gibt er sich geschlagen, und wir reiten zum baumarkt. dort ist großkampftag angesagt – 20 % auf alles (außer irgendwas) –, und die schlangen an den kassen sind endlos. wir finden jedoch relativ schnell eine passende platte, und ich schlage dem gatten vor, dass er schon vorgeht und uns grillhähnchen zum abendessen besorgt, während ich auf den zuschnitt warte und bezahle. er willigt ein.
am zuschnitt treffe ich einen freund-bekannten und wir unterhalten uns kurz. er sieht elend aus, gestresst und kaputt. hoffentlich kommen für ihn bald bessere tage, er wäre nicht der erste, der stressbedingt abklappt ...
das zahlen geht wider erwarten ratzfatz, und ich bin noch vor dem gatten mit meiner beute wieder am auto.
daheim laden wir flugs die platte und aqua-unterlage aus kork aus und essen dann erst einmal etwas. die kater sind högscht interessiert, und sogar madame kommt mal nachsehen, was da so essbar duftet. das angebotene hühnchenfleisch lässt sie jedoch liegen, daum kümmern sich die männlichen staubsauger der gattung felis.

nach dem essen ist es halb neun und ich begebe mich an die aqua-ein-und-umräumaktion. kurz nach neun sind der bodengrund und der hauptteil der bepflanzung drin (wow, das ging fix!) ...

... und ich fange an zu fluten. gegen elf ist es weitgehend vollbracht, und die garnölen und die barben werden in ihr neugestaltetes domizil umgesetzt. zunächst mache ich noch herrmann mit dem kescher. aber nachdem die tierchen elend flink sind und das restliche wasser aus der tonne sowieso auch ins aqua soll, kippe ich die restlichen 15 liter nebst bewohnern kurzerhand ins becken.
noch die luftleitungen reingehängt, das säuberliche einbuddeln habe ich verpennt, und das licht an die zeitschaltuhr hängen.
kurz vor halb zwölf sind das becken und ich komplett fertig.


die garnölen nölen diesmal nicht, sonden winken:

dreiviertel liegen der gatte und ich im bett, und ich bekomme nur noch am rande mit, dass er das licht ausschaltet.

2016-09-02

#684 - man sollte seine mitmenschen nicht unterschätzen ...

am mi.-abend hatten der gatte und ich eine nette feierabendrunde mit den bikes geplant. der zeh, seines zeichens kollege und und freund des gatten, wollte gern mitkommen. so geschah es, der gatte lieh dem zeh radbekleidung und eins der e-bikes, und los ging's.
ein e-bike fanden wir sinnvoll, der zeh ist nämlich ... nun ja, etwas rundlich um die mitte. er hat vor zwei jahren angefangen, ein bisschen ems-training zu machen, und bewegt sich sonst grundsätzlich nicht mit muskelkraft, spazierengehen am wochenende mit frau und kinderwagen mal ausgenommen.

wir fuhren unsere große standard-runde in der leicht entschärften version - der gatte und ich mit unseren normalen „schweißtröpfchenvergasern“, der zeh eben mitm e-bike. ich fuhr vorneweg, der gatte fuhr neben dem zeh und gab ihm gegebenenfalls tipps zu fahrtechnik und kraftsparendem fahren.
der zeh schlug sich erstaunlich wacker auf den etwas schwierigeren stücken, da war ich erstaunt und erfreut. kann sein, dass es einfach nur an mut (ohne verstand) liegt, das habe ich bei mitfahrenden männern relativ oft erlebt. die bügeln dem vorausfahrenden hinterher nach dem motto, wenn der da vorne da drüberkommt, schaff ich das auch. dass da u.u. ein paar zehntausend km erfahrungsunterschied bestehen - geschenkt. allerdings bin ich auch ein eher ängstlicher biker, insofern passte seine einschätzung, denn auf den bart gefallen ist er in der tat nicht. vielleicht hat er auch einfach ein ganz gutes gefühl fürs rad. ich hoffe einfach mal, dass letzteres zutrifft.

aber.

am ende der runde war der zeh platt wie eine sportmütze. er äußerte sich seeeeehr erstaunt darüber, dass auch ich so gezogen hätte - das habe er ja gar nicht erwartet. beim gatten war ihm schon klar, dass er den nicht würde müdespielen können. aber bei mir sei er da doch ... nun ja, er habe gedacht, er würde problemloser hinterherkommen.
da musste ich doch sehr lachen.

und einen muskelkater hat er auch bekommen, hehe :D


2016-08-31

#683 - arena erfolgreich verteidigt oder so

gestern war die nachkontrolle unserer katzenhaltung durch das veterinäramt. ich hatte im vorfeld bereits einiges an informationen und bildern hingeschickt. das feedback war auch positiv. trotzdem bin ich vor solchen prüfungen aufgeregt und nervös wie zu schul- und unizeiten vor prüfungen. selbst wenn ich - wie diesmal eben auch - weiß, dass ich super vorbereitet bin und eigentlich nix passieren können sollte. mein motto für solche fälle ist „der anschiss lauert überall“.

mir fielen nur die meckerstellen auf, der nicht funktionierende wasserlauf, der nicht blütenreine boden im durchgangskeller, in dem die klos stehen und es durchaus RICHTIG dreckig wird, wenn die plüschs mit schlammpfoten reinkommen und wo klein-napoleon auch mal in ne ecke pieselt, wenn er sich missverstanden fühlt oder madame, da sie glatte oberflächen mehr goutiert als katzenstreu. kurzum: ich flatterte tüchtig.

der gatte hingegen war die ruhe selbst, er sieht halt das, was grandios ist: sehr reichliche 150 m² platz draußen und das komplette haus, zutrauliche pelzköppe, jede menge schicke einrichtung, verstecke, klettermöglichkeiten und hochsitze im gehege, schönes und gedeihendes grünzeug (inkl. rasen, yay!) usw. usw.

und er hat recht: die beiden kontrolleurinnen gestern waren von unserem palazzo degli gatti gebührend beeindruckt. man lobte das schöne, abwechslungs- und an input reiche gehege ein ums andere mal, fragte mir löcher in den bauch zum verhalten von madame schnapitze allein und im verhältnis zu den feliskatzen. man war vom kitty superhighway im haus sehr angetan. mit jeder minute, die die beiden da waren, nahm auch meine nervosität ab. am ende war es ein richtig nettes gespräch mit zwei sehr interessierten und kenntnisreichen partnerinnen. besonders gefreut habe ich mich darüber, dass der gatte sich ebenfalls zeit genommen hat und bei der kontrolle mit anwesend war.

aber natürlich gab es auch einen „ACH DU SCHEISSE!!“-moment: als blue uns ausgebüxt ist, während der gatte eine kletterhilfe ins gehege trug, um ein verworfenes futterküken zurückzuholen. nachdem madame bereits neugierig war, wer da in ihrem revier herumstand, aber nur den kopf ein bisschen aus dem oberen bunker herausstreckte, wollten wir sie ganz herauslocken. mit futter, das hat sich ja bewährt. das hat der gatte ein bisschen zu kurz geworfen und schwupps, hing das küken im dach der gehegeerweiterung fest. da wir alle es madame unbesehen zugetraut hätten, sich das küken mit einer bekloppten kletteraktion zu holen und sich dabei möglicherweise zu verletzen, musste es also fix da heruntergeholt werden. dazu wollte mein liebster „mal schnell“ einen gartenstuhl ins gehege tragen. da der aber minimal breiter war als die tür und der gatte nen moment zum durchfädeln brauchte, nutzte blue die gelegenheit und witschte ihm zwischen den beinen durch und wie der geölte blitz auch an mir vorbei. WAAAAH! unter den augen der kontrolleurinnen! aber die grienten beide, und blue blieb am vorderen beet stehen, um die blümchen zu beriechen, und ließ sich völlig anstandslos wieder einfangen und ins gehege zurückbringen.

fazit der kontrolle: eins plus. mustergültig. ob man mich bei fragen anrufen und fotos vom schönen gehege als paradebeispiel verwenden dürfe.
ich glaube, so entspannte kontrollen machen die veterinäramtspersonen selten ... sie reisten mit breitem lächeln wieder ab, und der gatte und ich stießen mit unserem besten kaffee an.

aber ey, WAR. DAS. ANSTRENGEND!

beim sport schluffte ich dann auch nur so rum, die klimmzüge wollten nicht so richtig, und heute hab ich durchaus nennenswerten muskelkater. was seelische anspannung so ausmacht ...

2016-08-23

#682 - bugwelle nach flasche leer

mit protestantischem arbeitsethos und "das MUSS aber!" reiße ich eben doch nix, wie figura zeigt. der kurzurlaub war zu kurz, zu viel action, zu wenig ruhe. in der woche danach riss ich arbeitsmäßig auch wieder deutlich zu wenig und fühlte mich dabei grottig. am letzten mo. zog ich die notbremse und verordnete mir eine woche pause mit VIIIIEL erholung und meditation und ganzganz wenig dinge-tun.
hat ganz gut geklappt, ich bin wieder halbwegs ich selbst.

nur habe ich so natürlich ne bugwelle aufgetürmt, die jetzt abgearbeitet werden möchte. aber piano, ich will ja die erholung nicht gleich wieder ruinieren.

desterwegen ist es hier gerade sehr ruhig. und es kann sein, dass das noch eine weile so bleibt. auch wenn die gehegeerweiterung fertig ist und vorgezeigt werden könnte.

bleiben's mir gewogen, liebe leser, und bis bald.

2016-07-25

#681 - flasche leer

ich bin sehr, sehr kaputt.

das we war wie üblich viel zu kurz, wenn auch durchaus schön. aber ich bin weder körperlich noch seelisch richtig fit, und dazu das heutige waschküchenwetter, knapp 30 grad und extrem schwül – da häng ich rum wie ein schluck wasser in der kurve.

dazu die nachricht vom suizid eines sehr geschätzten blogger-twitterer-social-media-menschen. ich kannte ihn nicht persönlich, trotzdem trifft mich diese nachricht tief. dazu die katastrophen der letzten tage ... *seufz* für mich schwer zu ertragen, daher schotte ich mich weitgehend ab.

und schließlich plagen mich mal wieder überlegungen zum err. und zwar hat er sich vor etwa einem jahr einen rottweiler zugelegt. weil man einen wachhund für das neu-werdende haus haben wollte. so weit, so verständlich. nun ist aber der err. nicht in der lage, unfallfrei für sich selber zu sorgen, geschweige denn einen so großen und gefährlichen hund so zu erziehen, dass von dem keine gefahr ausgeht. die emm. war anfangs sehr engagiert, aber dann zoffften sich die emm und der err mal wieder, und auch das leben einsnull war ausreichend voll mit action. sprich, auch sie kümmert sich nicht mehr nennenswert. kein wunder, sie ist dank neuem job selber gut beschäftigt und meiner vermutung nach auch nicht bereit, sich um den schwierigen hund zu kümmern. warum sollte dieser job auch an ihr hängenbleiben. nicht ihr zirkus, nicht ihre affen, oder so.

am sa.-abend waren wir zur geburtstagsfeier bei den beiden, und da erzählte der err. so ein paar schwänke, bei denen es mir sehr, sehr kalt den rücken runterlief. die konstellation ist eine tickende zeitbombe, bzw. der unerzogene und damit nicht berechenbare rottweiler ist eine.
die katastrophe ist im prinzip bereits in der pipeline. es ist nur eine frage der zeit, dass der köter sich mal einen radfahrer oder eine sonstige beute zur brust nimmt. und wie das bei einem 40-kilo-rottrüden ausgeht, mag ich mir lieber nicht ausdenken.

ich möchte den err. gern zwingen, sich ordentlich um den hund zu kümmern, weil ich es mir nicht verzeihen würde, geschähe etwas und ich hätte nichts getan.
aber wie? mein aktueller impuls ist das veterinäramt. die können hart zuschlagen und tun es auch. aber es ist halt auch gleich ein grober schuss vorn bug.

hoffentlich hat der gatte eine gute idee zu dem thema. wenn ihm nicht bis zum 18. august was eingefallen ist, dann werde ich meine sorge dem vet.-amt vortragen, wenn die meine katzenhaltung prüfen kommen. auch wenn ich es gar nicht gern mache.

seufzend back to work.

PS: und die falsche nummerierung der blogposts hab ich auch gleich mal wieder gradegekloppt.