2016-06-24

#675 - seltsame zeiten

es sommert gewaltig. gestern und heute sollen die (vorerst) heißesten tage des sommers (gewesen) sein, stellenweise soll es hier bis zu 38 °C heiß gewesen sein. sehr warm war es in der tat.
meine selfmade-klimaanlage (ultraschall-wasservernebler, auf dem ein ventilator steht) hat das bürohocken indes erträglich gemacht. lustig, dass so ein paar physikkenntnisse aus der POS dazu führen, dass man als erwachsene nicht so schwitzen muss :D das würde ich gern rita (genannt „das eisen“ wegen durchaus nennenswerter härte – ich hab sie aber sehr gemocht) noch sagen können. sie würde sicher drüber schmunzeln.
der garten steht in voller pracht, mohn und kalifornischer mohn blühen aus leibeskräften, und die kletterer und ranker bereiten sich auf eine würdige nachfolge vor.
die vatersgeburtstagsfeier am letzten samstag war ein kracher. das väterchen selbst stellte mit tränchen im knopfloch fest, das sei die schönste feier, die er je erlebt habe. da wurde auch mir ganz wässrig im gesicht :')
meiner seele geht es trotzdem ... nun, sagen wir: seltsam.
der schwesterbesuch (anlässlich des vatergeburtstags) war klasse, ich hätte sie gern hierbehalten. einfach ein paar tage (oder wochen) reden und schweigen, am see liegen, katzen flauschen, dinge tun oder lassen, essen, leben, seele atmen lassen. das wär schön.
ich frag sie mal, ob man das nicht für den kommenden sommer mal anpeilen könnte ...
die arbeiten an haus und garten schreiten voran, nur die am katzengehege nicht so recht. der holzbau-män ist im urlaub, mir fehlt die zeit zum pinselklecksen, und wer anders ist auch grade nicht abkömmlich.
aber der neue brunnen sprudelt, was sowohl dem neuen rasen als auch dem garten an sich sichtlich behagt (siehe oben). es ist so ausreichend druck auf der leitung, dass ich drei (DREI!) beregnungsanlagen gleichzeitig betreiben kann. geilomat.
die arbeit vermehrt sich auch. meine liebe chefin ist (vermutlich dauerhaft) krank, daher materialisiert sich nun ganz viel adminkram zusätzlich. es macht viel spaß, ich wundere mich über mich selbst, dass mir orga-sachen so viel freude bereiten.
trotzdem zieht es mich intensivst nach draußen ins grüne, warme. ich möchte jeden tag auf dem rad sitzen und durch schlammige pfützen fahren, am liebsten stundenlang nichts anderes tun.
der gatte ist mit immer neuen hässlichkeiten rund um den brand konfrontiert, die versicherungen tun das, was sie immer tun, nämlich taktieren und feilschen.
und inter-/national kriechen die nazis und hasspocken aus ihren löchern, die welt verfärbt sich in meiner ecke des waldes zusehends braun.
die alten briten wollen raus aus der eu (aber passieren wird einstweilen nichts, die scheidungsmühlen mahlen auch in solchen fällen langsam) (die jungen briten, also die, die am längsten mit der entscheidung leben müssen) wollten wohl eher nicht).
schön geht anders.

insgesamt sind es gerade interessante zeiten. ganz auf die chinesische art (man erzählte mir, in china sei das ein weg, jemandem mitzuteilen, dass er bitte pickel am popo und zu kurze arme zum kratzen bekommen möge, wenn man ihm-ihr wünscht, er-sie möge in interessanten zeiten leben. wahrheit oder legende - ich weiß es nicht. ist auch egal, passen tut es in jedem fall.)

nun denn, es ist, wie es ist, jammern macht es auch nicht besser, also trete ich mich jetzt beherzt in den hintern, schaffe das heutige pensum weg (hoffentlich spielt die technik heute mit!) und verlege mich dann nach draußen.

2016-06-06

#674 - wmdedgt (mit rant)

huch, aus versehen hab ich diesmal den aktuellen wmdedgt (was machst du eigentlich den ganzen tag?) mitbekommen, ehe er vorbei war. den organisiert frau brüllen an jedem monatsfünften, und wer mag, kann mitmachen und/oder alternativ lesen, was die anderen so treiben.

wachgeworden kurz nach sechs. das muss diese senile bettflucht sein ... *gähn*

danach kaffee mit dem gatten, er frühstückt die obligatorischen spiegeleier, ich mach mir ein warmes breichen aus geraspelter möhre, quark und eiweißpulver. im moment bin ich total auf dem warme-breie-trip. es tut meinem seelchen wohl, morgens was warmes und süßes zu frühstücken. außerdem hält es mich zuverlässig bis mittag satt. das schaffen spiegeleier nur in größerer menge. also breichen.
danach saufen wir noch ein paar eimer kaffee und lesen das internetz (er) bzw die aktuelle zeitschrift für terminologie (ich) leer.

gegen 11 brechen wir zu einer radrunde auf. m.-see, café in der city am fluss, s.-see sind geplant und werden gefahren.

die ersten kilometer rollen wir über unsere „hausrennstrecke“, es ist schon bemerkenswert warm und noch ganz leise, nur die vögel tirilieren und zwitschern aus voller kehle. über allem schreit ein habicht sein "hiääää!! hiääää!" der große vogel ist schon ein bemerkenswerter anblick! und sobald er über uns erscheint, schweigen die meisten zwitscherlinge.
das wegstück an der schleuse, auf dem der pfad seitlich abfällt, fahre ich mittlerweile entspannt. ich bin vorn und freue mich über das lob des gatten hinsichtlich meiner fahrtechnik.
am m.-see ist es bereits richtig voll. jede menge fußgänger, spazierenradler, leute mit kindern und hunden. wir schlängeln uns ein paar meter über den asphalt und weichen dann auf einen unbefestigten, nur stellenweise geschotterten weg aus.

und genau dort begegnet uns eine laaaaaaange kavalkade von elektrofahrzeugen. wie gesagt: der weg ist schmal (knapp zwei meter breit), teils geschottert, teils unbefestigt und SEHR staubig. links und rechts gibt es einen schmalen streifen gras und stellenweise einen recht tiefen graben.
wir (und alle anderen radfahrer, spaziergänger und co) sind gezwungen, ins gras oder sonstwie „aus dem weg!!“ auszuweichen.
jaaa, elektromobilität ist toll (sollte ich mir noch mal ein anderes fahrzeug zulegen,wird das relativ sicher ein stromer) und es stinkt auch nicht. außerdem sind die fahrzeuge in der tat wahnsinnig leise – das erste hätte ich dadurch beinahe gerammt. wenn man ein gefälle herunterrollt und plötzlich quasi aus dem nichts ein auto vor einem steht, das die gesamte breite des weges braucht, dann ist das schon so ein bisschen WAAAAH!
auf der gesamten strecke war auch nix ausgeschildert, was den geneigten wegenutzer darauf hingewiesen hätte, dass einem fahrzeuge entgegenkommen können, denen durchaus zügig auszuweichen wäre.
da frage ich mich: muss das wirklich sein? auf einem der wenigen unbefestigten wege hier in der gegend, an einem see mitten im grünen, an einem sonnigen tag, an dem auch eine menge leute dort unterwegs sind?
und haben die autos nicht auch so schon irrwitzig viel platz zum spielen pretty much anywhere? als nicht-autofahrer hat man doch eh schon auf jeder straße die arschkarte in platin, weil man nur als verkehrshindernis oder umzumähender zu besiegender gegner wahrgenommen wird. und dabei ist es relativ egal, ob man aufm rad, zu fuß, auf dem mop(p)ed (also sowohl die kleinen, langsamen als auch die großen, schnellen) oder sonstwie unterwegs ist. grundsätzlich gilt: platz da für die elefanten des sultans autos.
es ist schön, e-mobilität zu promoten. aber eine ausfahrt für leute, die eh schon ein e-mobil haben, trägt hier eulen nach athen. alle anderen draußenseier müssen wie üblich auf die armengebeutelten autofahrer rücksicht nehmen und so zack wie hoppity von der straße verschwinden.
mich ärgert das sehr!
nach ein paar minuten ist der spuk endlich vorbeigezogen, ebenso zieht mein gegrummele nach einer weile wieder ab. den gatten freut's.

im weiteren verlauf unserer runde treffen wir einen sehr sympathischen whippet (meine güte, sind das hübsche tiere!) und unterhalten uns eine weile mit seinem herrchen. wir rollen fast geräuschlos durch den wald, finden einen mini-bikepark, freuen uns über viiiiiele sicher radelnde kinder (ich staune, wie viele wirklich kleine mit einer entspannten sicherheit durch die parks gondeln!

aufgefallen ist mir aber, dass erstaunlich viele mit-drauenseier ebenfalls nach dem bewährten motto vorgehen „hoppla, jetzt komm ich!“.
an einer stelle des sees ballert techno so laut zu uns hoch, dass ich das wummern des basses im bauch fühlen kann. zu sehen ist niemand, die musikhörenden müssen also mindestens 10-15 m von uns entfernt direkt am wasser sitzen. woanders versperrt eine gruppe leute, so 10-15 personen, den weg komplett (unter anderem, indem ihre fahrräder quer und hintereinander stehen) und motzt rum, als wir darum bitten (!), vorbeizudürfen.
das verstehe ich nicht. ich habe den eindruck, ausgefahrene ellenbogen und ich-mir-mein ist mittlerweile teil des guten tons, und es sind nur noch so dinosaurier wie ich, die rücksicht und „leise sohlen“ nicht nur bei anderen für erstrebenswert halten.
bilde ich mir das ein oder wird es gerade wirklich spürbar kälter in der hiesigen gesellschaft?

wieder daheim, gibt es als erstes kaffee und erdbeertorte für den gatten und kaffee und pizzarest für mich auf der terrasse (genauer gesagt, unter dem fabulösen dachin der sitzecke). danach bewässere ich teile des gartens und widme mich anschließend der nagelpflege, während ein groooooßes gewitter mit einer tiefschwarzen wand von westen heraufzieht. während die ersten blitze zucken, staube ich die gegend voll. der gatte verzieht sich nach drinnen, eigentlich für ein nickerchen, aber nachdem er nicht einschlafen kann, sieht er sich den letzten teil der hungerspiele an. währenddessen sieht es bei mir draußen aus, als wolle die welt untergehen, es blitzt immer mal und der donner macht einen heidenlärm.
während ich mich den abschlussarbeiten der nagelverschönerung widme, zieht das gewitter ab und die sonne kommt wieder heraus.
der gatte wirft den grill an, ich bepussele den kranken kater und füttere dann die pelzige baggage. dann gibt es was zu essen und noch ein bisschen lektüre. um zehn falle ich stumpf ins bett.