2016-10-26

#701 - das hab ich nun davon.

am so habe ich den gatten angezählt, weil es für mich nicht hilfreich ist, wenn er benutztes geschirr zwar in die küche bringt, es dann aber nur auf dem spüler abstellt. mein o-ton: da kann er es auch auf dem tisch stehen lassen, das hilft mir genauso viel.

und was passiert? heute früh ließ er alles auf dem tisch stehen und liegen.

gnarf!

was lernen wir daraus? - formuliere deine forderungen präzise.

*halb grinsend, halb maulend ans werk*

2016-10-25

#700 - mal wieder auf der letzten rille

das schöne we hat mir deutlich vor augen geführt, wie runter meine akkus sind. ich bin dicht dran am roten bereich und hoffe, dass ich eine auszeit eingebaut bekomme, ehe mir dinge um die ohren fliegen.

in der gattenfirma tobt der wahnsinn, dass es kaum auszuhalten ist. ich bewundere seine fähigkeit des durchhaltens, bestaune sie argwöhnisch, da ich einen großen bruch und rutsch und knall ... nun ja, doch, erwarte. und bekomme selbst bewunderung für meine kraft, die sich von innen gar nicht nach kraft anfühlt. nur nach „weiter, arsch hoch, weiter, weiter, es muss doch, und aufgeben güldet nicht“. und es ist soooo anstrengend. so irre anstrengend.

ob es in dem zusammenhang so schlau war, einige größere pflanzen für den garten zu bestellen, weiß ich nicht. (besser gesagt, ich befürchte oder vermute, dass es das eher nicht war.) körperlich anstrengende dinge, die auf diversen „vorher muss noch“s beruhen, könnten sich durchaus aus böse fußangel entpuppen. oder als unerwartete kraftquelle.
ich tue das, was ich in solchen situationen immer tue: hoping for the best but expecting the worst.

hilft ja nüscht, muss ja.

and so back to work.

edit: nein, die pflanzenbestellung war keine gute idee.
der gatte hat sich nämlich am so. bei nem fahrradsturz eine daumensehne abgerissen und ist damit raus bei allem, was mit zwei händen und belastung zu tun hat. blöderweise müssen mehrere thujen gerodet werden, ehe ich meine neuen bäume pflanzen kann.
und der gärtner liefert noch in dieser woche, schätzungsweise spätestens übermorgen. ich hatte gehofft, dass das eher gegen ende der kommenden woche oder in der woche drauf passieren würde ...

well, that escalated quickly.

2016-10-20

#699 - schwein gehabt!

nach der schulung beim auftraggeber in alzenau und anschließender tigerbesichtigung bin ich gestern kurz vor mitternacht in den heimischen gefilden eingeritten. das tigergucken war klasse, wenn auch mit hindernissen - die betreiber hatten meine buchung (aus mir unverständlichen gründen) nur mit fragezeichen aufgenommen. (wobei ich mich frage, was ich tun muss, wenn "bitte verbindlich buchen, kann ich gleich was anzahlen?" als ansage nicht reicht. *seufz*)

aber frau h. hat sich dann trotzdem aus der küche losgeeist - und da herr s. was am gehege reparieren musste und also nur ein tiger draußen im gehege war, durften wir (=kollege a. und ich) mit in den "tigerstall" hinein und uns die groooooßen katzen dort ansehen. es ist schon sehr beeindruckend, in kürzester entfernung vor mehreren ausgewachsenen tigern zu stehen! und ein "tigrischer schlafhaufen" (=mehrere aneinandergekuschelte tiger (!!) beim dösen) ist schon ein sehr besonderer anblick :D
anschließend haben wir in der gaststätte noch was gegessen, einen cache für den a. mitgenommen und sind dann gen heimat aufgebrochen. das essen war durch und durch gutbürgerlich, lecker und reichlich :)
ich fand, es hat sich trotz der widrigkeiten gelohnt.

auf dem heimweg hatten wir noch zwei mal schier unverschämtes glück: zum einen haben wir den stau nach einer vollsperrung just eben nicht mehr mitgenommen. er hatte sich komplett aufgelöst, als wir am ort des geschehens ankamen. eine umleitung (über "posemuckel und rom") hätte anderthalb stunden länger gedauert.

und dann hat ein lkw buchstäblich neben uns ladung verloren, eine lange stahlstange oder so was. das war ein erheblicher schreck!! aber wir sind heil vorbei- und durchgekommen. ich hatte "nur" gesehen, dass vor uns mehrere autos scharf bremsten, warnblinkten und lichthupe gaben. bin ganz nach links ausgewichen und habe nur gesehen, dass ein kleintransporter irgendwelche seltsamen "figuggchen" hinter einem lkw machte, blinkte, auf den standstreifen fuhr, in die ausfahrt fuhr und wieder auf die autobahn zurück, und die ganze zeit lichthupte und warnblinkte.
der a. konnte beim vorbeifahren erkennen, dass die drumherumfahrenden den lkw darauf aufmerksam zu machen versuchten, dass ihm eine meterlange, dicke stange oder so was von der ladefläche hing. wir sind zum glück sicher vorbeigekommen. aber hinter uns kam dann nur noch ein einziges lichterpaar, dann war und blieb es finster. heißt, ich gehe ganz stark davon aus, dass die stange runtergefallen ist und zumindest teile der fahrbahn blockiert hat.
alter schwede. da war mir ordentlich mulmig!

kurz vor mitternacht weckte ich mit meiner ankunft den im sessel schlafenden gatten, erzählte ihm noch die kurzform der ereignisse und fiel dann ohne umwege ins bett.


leider bin ich nach dem ritt heute völlig im eimer. hundemüde ist noch geprahlt. 

2016-10-12

#698 - rant

mal wieder schwappte ein gejammer in meine teimlein, dass radfahrer so wahnsinnig gefährlich leben und dauuuuuernd von den pööhsenpööhsen, unachtsamen lkw-fahrern überfahren werden. das regte mich tierisch auf.

(die o.g. aussage war schlicht der letzte tropfen in einem verdammt vollen fass, das ich jetzt mal dringend leeren muss, weil ich sonst platze.)

ich bin selber radfahrer und fluche oft genug über die lieben mitmenschen, die grade auf der straße verdammt oft das recht des stärkeren propagieren.
aber ich bin mir als radlreitende auch der tatsache bewusst, dass ich a) ne wahnsinnig schmale silhouette habe (und oft genug auch noch dunkel gekleidet bin), die schon für einen autofahrer nicht immer gut wahrnehmbar ist, b) mich relativ schnell und durchaus auch auf stellen bewege, bei denen der mit-verkehr nicht zwingend damit rechnet, dass da ein rollender verkehrsteilnehmer ist. und c) sollte es auch den kleineren hirnen unter uns verkehrsteilnehmern auffallen, dass so ein lkw oder bus GIGANTISCHE tote winkel hat. wenn ich also auf dem radweg rechts neben einem vierzigtonner fahre, an der ampel an die haltelinie ranfahre und also direkt neben dem fahrerhaus des lkws stehe, dann bin ich für das fahrpersonal nicht vorhanden. wenn ich nun bei grün losfahre, weil ich ja vorfahrt vor dem lkw habe, dann bin ich schlicht lebensmüde.

nur mal so als veranschaulichung, was so ein lkw fahrender mensch in zwoeinhalb metern höhe aus seinem kaffternettl sieht und – vor allem! – NICHT sieht:
das hier ...
und das hier.
mein aktueller test ist die frage: kann ich die fahrenden (also deren gesicht) sehen? dann können sie mich i.d.r. auch sehen. und mir die vorfahrt gewähren. (klappt nur so semi.) (aber ich bin (noch?) heile.)

fazit: im zweifel warte ich an ner ampel lieber hinter dem lkw. nervt oft, aber wenn es mein leben rettet ...

und ps: ähnliches gilt für suv und pickups.

#697 - ah-ha!

offenbar kenn ich mich und mein arbeitstempo in der küche mittlerweile wirklich gut. gestern abend wurde die marinade für die rinderpopos vorbereitet und letztere in ersterer  und anschließend in heißwasser bzw. kühlschrank versenkt. (zwei fleischteile in die sous-vide-beutel hineinmanövrieren, mit marinade auffüllen, einschweißen. einen beutel in den sous-vide-garer packen, den anderen in den kühlschrank. danach aufräumen und küche putzen.)
das alles dauerte ziemlich genau die veranschlagten 2,5 stunden.

was ich aber nicht beplant hatte: dass um 4 des gatten bester freund inkl. frau vor der tür standen. da ich die beiden sehr, sehr gern mag, hab ich sie mit kaffee versorgt und umpuschelt und nicht am rind gebastelt.

fazit: trotz geiler planung bis mitternacht in der küche gestanden und heute TODmüde.

und nun gähnend ans werk.

2016-10-10

#696 - wenn eine eine reise tut, dann kann sie was erzählen

das lange we war für den gatten und mich toTAL unterhaltsam und wir hatten eine menge spaß: wir waren in tschechien zum mtb-fahren auf dem klínovec (quasi gegenüber von oberwiesenthal). und das war echt ein erlebnis der besonderen art.

ich wollte gern ein bisschen umpuschelung für die 4 tage, also suchte der gatte ein hotel mit 4 sternen raus und ich buchte, ohne mir das genauer anzusehen. dass das hotel „radium palace“ machte mich erst im zweiten moment stutzig. mit dem radium hat es aber durchaus etwas auf sich.

das hotel ist nämlich ein grandioser hotelbau von 1906, aus einer zeit, in der just die radioaktivität entdeckt wurde (auch noch in der unmittelbaren nachbarschaft!). und wie das mit neuen entdeckungen gern mal so ist, werden sie erst mal als allheilmittel für ungefähr alles gepriesen. so entstand also ein prachtvoller bau mit über 100 zimmern, um die damals betuchte gesellschaft von ihren zipperlein zu befreien. mittlerweile ist die radontherapie nicht mehr ganz so umjubelt, soll aber trotzdem gegen diverse gebrechen vorwiegend des bewegungsapparates helfen. und so wurde das hotel aufwendig restauriert und man kann dort auch heute noch radonbäder nehmen. allem anschein nach wird das wohl nicht nur von selbstzahlern, sondern auch von kassenpatienten genutzt.

das hotel ist jugendstil. ziemlich rasserein, soweit ich das beurteilen kann, mit prächtigen sälen, stuck an den hohen decken, parkett, marmor (echtem!), groooßen kaminen und kristallleuchtern. die zimmer sind teuer, wenngleich nicht geschmackssicher eingerichtet (heißt, die möbel sind aus massivholz und hervorragend handwerklich verarbeitet, aber optisch nullachtfuffzehn und deutlich zu spillerig für so einen edelkasten. da hätte was wuchtigeres, deutlich gemütlicheres reingemusst). auch das licht lässt mmn einiges zu wünschen übrig: es ist überall sehr hell und null gemütlich beleuchtet. das passt wenig zum hotel, indessen gut zu den gästen.

die nämlich entsprachen dem sanatoriumscharakter des hotels: nur alte leute. ohne quatsch: der absolute silberlockenalarm. wir haben den altersschnitt sicher um 20 jahre verrissen! außer uns waren noch 2 paare unter 50 im hotel, das recht gut belegt war (wie gesagt, ca. 100 zimmer). wir waren umgeben von gebeugten und lahmen greisen.

dazu kommt eine zweiteilung in (kassen)patienten und selbstzahler auch beim essen. für die kassenpatienten oder die mit kleinerer brieftasche gibt es die mahlzeiten in büffetform, mittags und abends jeweils ergänzt durch hauptgänge aus der großküche. optisch: jugendherberge. geschmacklich okay, aber ... nicht das, was ich in nem 4-sterne-laden erwarte.
das haben wir am sa.-abend getestet. auch das personal war … nun, genau so, wie ich es in einem sanatorium mit großküche erwarte. uninteressiert, eher muffig und grundsätzlich im stile von „bitte nerven Sie nicht mit Ihren sonderwünschen“.

nach dem erlebnis hatten wir keine lust auf nachschlag aus der büffet-richtung und beschlossen, am so.-und mo.-abend die à-la-carte-version zu testen. da wiederum hat die küche gezeigt, dass sie es dem ambiente entsprechend doch draufhat. sogar mit einem fähigen pâtissier.

auch mit dem biken hatten wir nicht soooo viel erfolg: die trails am klinovec sind so, dass man nur rollen lässt. reichlich 10 km. da komm ich unten mit schlackernden knien vor erschöpfung und druchgefroren an, wirst ja nicht warm, weil es nix zum hochstrampeln gibt. also bin ich am sa. nur eine kleine runde gefahren.

am so. sind wir getourt, da war aber das wetter schon weniger schön. die runde selbst hat echt spaß gemacht, und wir waren abends ziemlich k.o. aber zufrieden wieder im hotel. am mo. dann war es aufm berg so bitterkalt, regnete und stürmte, dass wir nach 2 stunden abgebrochen ahben. den hintern abfrieren wollten wir uns nun nicht.

jáchymov war insgesamt so abseitig, dass wir uns nicht geärgert, sondern überwiegend kaputtgelacht haben.
im eigenen bett pennen war klasse! :) und am die. sind wir im zoo gewesen, das hatten wir schon jahrelang (ungelogen!) auf der liste, und danach noch ne runde in der stadt. war schön! seit mittwoch ist nun wieder business as usual :)


#695 - zwei updates zum kopfschüttel-eintrag

was bisher geschah: 


#694 - der gatte will zu seinem geburtstag von mir verfertigtes totes tier auf den grill werfen – und das gibt planungsschwierigkeiten.

update 1

es kommt noch bedeutend besser: ich bekomme morgen wahrscheinlich ein tiefgefrorenes wildschwein. der wildschweinbesorger ist nämlich jäger und hätte ein nicht-tiefgefrorenes schwein erlegen müssen. das ist bereits seit dem ende der letzten woche geplant und hat nicht funktioniert.
an dieser stelle bin ich raus. ein tiefgefrorenes vieh von ca. 60 kilo am mi.-früh bekommen, auftauen, zerteilen, marinieren und sous-vide-garen bis freitag? nee, jungs. bei aller liebe: so funktioniert das nicht.

update 2

beim heutigen mittagessen habe ich dem gatten gesagt, dass das mit seiner zeitplanung so nix wird und ich raus bin. er hat bereits selbst gesehen, dass mir seine planung argen stress verursacht, was mich heftig schafft. nun haben wir beratschlagt, wie wir jetzt verfahren. ich habe ihm (mal wieder) erklärt, welchen zeitrahmen ich mit dem vorhandenen equipment brauche, nämlich rund 48 stunden garzeit für 20 kilo fleisch. dann haben wir sofort nachgesehen, ob wir was passendes im frost haben (nein).
fazit: wir reisen heute abend noch mal zur metro, besorgen dort ein passendes fleisch passender größe, nicht tiefgefroren, und ich kann entspannt in den kommenden tagen die marinade bauen, das vieh einvakuumieren und die teile schwimmen schicken.

HURRA!!

2016-10-07

#694 - großes kopfschütteln

in wenigen tagen hat der gatte geburtstag. da es kein runder ist, will er keinen so großen herrmann machen. nur in der firma einen ausgeben und dort auch abends mit ein paar freunden zusammensitzen. nix großes halt.

da er neulich von einem von mir vor- und zubereiteten stück "totes tier in marinade" so komplett begeistert war, habe ich ihm angeboten, etwas sehr ähnliches für seine feier auch zu machen. mein plan war:

t minus 3 tage, abends nach der arbeit: 

  • etwa 20 kilo fleisch in empfang nehmen
  • marinade vorbereiten
  • fleisch passend portionieren (à 4 bis 5 kilo) 
  • einvakuumieren
  • vor dem schlafengehen das erste stück fleisch in den sous-vide-garer werfen (ich brauche etwa 10 stunden pro stück)

t minus 2 tage: 

  • morgens vor der arbeit das zweite stück fleisch in den garer werfen
  • vor dem schlafengehen das dritte stück fleisch in den garer werfen

t minus 1 tag, während der arbeit

  • morgens vor der arbeit das vierte stück fleisch in den garer werfen
  • vor dem schlafengehen das fünfte stück fleisch in den garer werfen

tag t: 

  • morgens vor der arbeit das letzte stück fleisch in den garer werfen, falls nötig und vorhanden
  • früher abend: fertig gegartes fleisch auf den grill werfen.

das ließ sich alles halbwegs bequem mit meiner arbeitsplanung koordinieren.

gestern nun teilte mir mein lieber gatte nebenbei mit, dass ich nicht vorbereitete fleischstücke küchenfertig bereitgestellt bekomme. nein. ich bekomme ein ganzes wildschwein. immerhin bereits abgezogen und ausgenommen.
kein witz.
ich wusste nicht, ob ich mich kaputtlachen oder ihn verhauen sollte.


ich bekomme also an einem noch nicht spezifizierten (!!) tag ein komplettes schwein. das werde ich an einem nachmittag t minus x zerlegen, die für gulasch und suppe benötigten teile an meinen chef de partie (=die schwiegermutter) weitergeben, die marinade vorbereiten und meine fleischbrocken einvakuumieren. in den folgenden tagen (??) werden die brocken dann nach und nach vorgegart - und am tag t bemanne (befraue?) ich den grill in der firma, um die vorgegarten teile wie geplant aufzuknuspern und an die hungrige meute weiterzureichen.  

nur dass mir die schweinschneiderei günstigstenfalls einen halben tag klaut (wenn ich hilfe beim messerschärfen und säge-schwingen bekomme), den ich so nicht eingeplant habe. (grade hat mir nämlich die terminologiechefin 20 stunden monatlich mehr gegeben, die ich irgendwie unterkriegen muss.) 

ich bin ja gespannt, wie sich das zeitlich ausgeht. 

frage an die mitleser: womit soll ich den kerl verhauen? 
  • mit einer poolnudel
  • mit einer wildschweinkeule
  • mit der suppenkelle
und nun ans werk.

2016-10-06

#693 - wmdedgt, oktoberversion

diesmal hat frau brüllen sogar auf twitter dran erinnert, dass sie heute wieder wissen möchte, was wir so den ganzen tag treiben. kann ich mich also nicht mit „hab's vergessen“ rausreden :)

nun denn, los geht's. ein völlig unspannender tag.

kurz nach sieben klingelt des liebsten telefon, irgendwas firmenbezogenes (was sonst ... :/) und wohl auch relativ wichtig, er telefoniert kurz und legt sich noch mal hin. mein wecker meldet sich planmäßig halb acht, der liebste steht auf. ich drücke noch mal auf snooze. kurz vor dem zweiten weckruf kurz vor acht krabbele auch ich aus dem warmen bett. morgentoilette, anziehen, das übliche halt.

der liebste ist schon wieder aus der firma zurück und sitzt lesend im wozi. er hat die schnellstartbatterie kaffeemaschine bereits angeworfen und sich einen kaffee gezapft. ich bekomme auch einen und greine innerlich über den saustall in der küche – ich gehe davon aus, dass dessen behebung wieder meine „ehrenvolle aufgabe“ sein dürfte. dann bekommen die kleinen plüschmützen die erste ladung küken und madame eine taube. danach befreie ich den herd von katzentapsen und werfe unsere spiegeleier in die pfannen. währenddessen füttert der liebste die zweite runde.

nach dem frühstück bekomme ich meinen zweiten kaffee und wir bleiben noch einen moment sitzen und lesen. ich die crime, die bei der gestrigen city-runde mit musste, der gatte wieder irgendwas mountainbikiges (wie nahezu immer).
dann bricht er ins büro auf, erwartungsgemäß ohne weitere handschläge in der küche. ich beginne seufzend damit, die küche in einen für mich erträglichen zustand zu versetzen. spüler leeren, flächen abwischen, geschirr verräumen, neue wisch- und handtücher hinhängen und die schmutzigen ins waschhaus mit hochnehmen.
dass die küche nach unserer abwesenheit so aussehen würde, war mir klar: die kleinen feliden fressen bevorzugt auf erhöhten flächen. das gibt weniger zusammenstöße mit madame: die klaut nämlich den kleinen gern mal die küken, wenn sie findet, dass sie noch SOOOO VIIIIIEL hunger hat. das mag ich den kleinen plüschs auch nicht verbieten. sauberhalteversuche der flächen mittels wachstuch und ähnlicher schnickedenzien scheiterten bereits: die katzen schaffen es regelmäßig, ihre kleckernden mahlzeiten eben doch genau auf die ritzen zwischen einzelnen abdeckungen zu legen, oder – bedeutend unangenehmer – futterreste unter die abdeckungen zu schieben. bäääh! also beiße ich in den sauren apfel und putze ihnen halt hinterher. industrie-desinfektionsreiniger sei dank ist das auch keine schwere schrubberei. aber ich bin die einzige, die es macht. *grrr*

danach koche ich mir meine xxl-kanne tee und gehe ins büro. dort sitzt bereits madame und wünscht ein bisschen bespielt zu werden. das gestern im zoo neu gekaufte plüsch-ozelot wird sofort angegriffen. ich teste noch ein bisschen damit herum und beschließe nach ihren reaktionen, dass sie das zum spielen nicht bekommt - sie reagiert ganz deutlich wie auf eine katze, und am plüschobjekt trainierte angriffe auf die lebenden kleinfeliden möchte ich nun definitiv nicht haben.

anschließend geht es an den rechner zum brötchenverdienen. das heutige thema sind „nudelreste“ (einige noch ausstehende einträge einer terminologieliste einer maschine zur pastaherstellung) und „sauberkeit vs. kontamination“. letzteres ist garstiger als erwartet. verschmutzung, kontamination, schmutz und verunreinigung müssen klar voneinander abgegrenzt werden. in der kürze einer definition gar nicht so einfach.

gegen halb zwei kommt der liebste zum mittag heim, ich nasche ein kleines käslein mit feigensenf und trinke einen kaffee dazu. danach geht es weiter mit den terminologischen taten (schleppend, leider).
in den denkpausen bespiele ich madame, die heute besonders anschmiegsam ist und sich mehrmals hintereinander ohne protest auf den arm nehmen lässt - ein novum. ich freue mich.
während der arbeit stelle ich fest, wie kalt es geworden ist - ich muss mir meine stulpen arme und beine anziehen und fröstele immer noch. bäh! den kamin anzufeuern habe ich keine richtige lust, zum holzholen müsste ich raus in den nieselregen. und danach den schweren korb schleppen. och nöö. morgen.

kurz nach halb sieben lasse ich den stift die tastatur fallen und gehe nach unten in die küche. ich suche mir die zutaten für die sous-vide zu garenden beinscheiben zusammen und fange an, das grünzeug zu putzen. der gatte kommt auch heim und will die nase sofort wieder in irgendwas bike-bezogenem vergraben. da ich ausgesprochen knurrig bin (kalt UND hungrig - HAAAANGRY!!) muss ich ihn murrend anzählen. er grinst (immerhin kennt er sein weib nun lange genug, um sich solcherlei knuckerigkeiten nicht zu herzen zu nehmen.) zusätzlich fällt mir aber auf, dass das vakuumiergerät nicht bei uns steht und ich meine sous-vide-vorbereitungen abbrechen muss. das bessert meine laune nicht. ich bereite den heilbutt für den grill vor, er geht raus, den grill vorbereiten. ich füttere währenddessen die erste runde und beschmuse die kleinen feliden.
später essen wir den hervorragenden heilbutt und schließen das abendbrot mit einer auf den punkt gereiften mango ab.
anschließend lese ich noch ein bisschen und versuche, die allgemeine frösteligkeit und unzufriedenheit mit einem kleinen klecks ben&jerry's zu vertreiben. aber das hilft auch nicht, also gehe ich gegen zehn ins bett.